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Syrien : Offenbar wieder Angriff auf Krankenhaus in Aleppo

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Überlebende eines neuerlichen Luftangriffs suchen am Donnerstag in Aleppo Schutz Bild: AP

Bei einem Angriff auf ein weiteres Krankenhaus in Aleppo sind offenbar mehrere Menschen verletzt worden. Erst in der Nacht zum Donnerstag waren bei der Bombardierung eines Krankenhauses mindestens 20 Menschen getötet worden.

          In der syrischen Stadt Aleppo ist offenbar abermals ein Krankenhaus Ziel eines Luftangriffs geworden. Nach Angaben ziviler Helfer wurden bei dem Angriff am Freitag in dem von Rebellen kontrollierten Stadtteil Al-Mardscha mehrere Menschen verletzt, darunter mindestens ein Pfleger.

          Das Gebäude sei schwer beschädigt, sagte ein Vertreter der sogenannten Weißhelme der Nachrichtenagentur AFP. Die Klinik war demnach seit fünf Jahren für Zahnbehandlungen sowie die Behandlung chronischer Krankheiten zuständig.

          Erst in der Nacht zum Donnerstag waren bei der Bombardierung eines von der Organisation Ärzte ohne Grenzen unterstützten Krankenhauses mindestens 20 Menschen getötet worden. Es liegt im Viertel Sukkari, das ebenfalls unter Kontrolle der Aufständischen steht. Unter den Opfern war auch der letzte in den Rebellen-Vierteln der ehemaligen Wirtschaftsmetropole praktizierende Kinderarzt.

          Der Angriff wurde allgemein scharf verurteilt. Syrische Menschenrechtsaktivisten und der amerikanische Außenminister John Kerry machten Regierungstruppen für ihn verantwortlich. Kerry erklärte am Donnerstag, die Truppen der von Russland unterstützten Regierung von Baschar al-Assad griffen „offenbar absichtlich medizinische Einrichtungen“ an.

          Feuerpause wird immer wieder gebrochen

          Eigentlich gilt seit Ende Februar eine Feuerpause zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Von ihr ausgenommen sind Angriffe auf islamistische Extremisten. Zuletzt wurde wegen neuer Angriffe und Gefechte zunehmend die Sorge laut, dass die Waffenruhe scheitern könnte.

          Allein in der vergangenen Woche wurden in Aleppo mehr als 200 Zivilisten bei Angriffen beider Seiten getötet. Am Freitag starben abermals zwei Menschen bei einem Luftangriff in den Rebellenvierteln der Stadt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Eines der Opfer war demnach ein Kind.

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