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Syrien-Krieg : Russland spricht deutliche Drohung gegen Amerika aus

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Freiwillige helfen nach einem Luftangriff der Regierungstruppen auf die umkämpfte Stadt von Aleppo, die Verletzten zu bergen. Bild: AFP

Der Kampf um die zerstörte Stadt Aleppo hält an: Russland baut ein harsches Drohszenario auf, falls die amerikanische Luftwaffe die syrische Armee bombardieren sollte. Und Frankreich macht eine Ankündigung für den Sicherheitsrat.

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          Das russische Außenministerium hat in drastischen Worten vor möglichen amerikanischen Angriffen auf die syrische Regierungsarmee gewarnt. „Wenn eine direkte Aggression der Vereinigten Staaten gegen Damaskus und die syrische Armee beginnt, bringt das schreckliche tektonische Verschiebungen nicht nur für dieses Land, sondern für die ganze Region“, sagte Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa am Samstag im russischen Fernsehen. Ein Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bedeute ein Machtvakuum, das nicht von der gemäßigten Opposition, sondern „von Terroristen aller Art“ ausgenutzt werde.

          Die von amerikanischer Seite geführte Koalition hat bislang keine Angriffe auf die syrische Armee geflogen, es sind auch keine Planungen bekannt. Ein Luftangriff am 17. September, bei dem etwa 100 syrische Soldaten starben, sei ein Irrtum gewesen, erklärten die USA. Russland ist die militärische Schutzmacht Assads. Moskau und Washington machen einander für das Scheitern der jüngsten Waffenruhe in der Stadt Aleppo verantwortlich.

          Zwei Fassbomben auf ein Krankenhaus

          Unterdessen sind am Samstag Luftangriffe auf die syrische Stadt Aleppo geflogen worden. Nach Angaben von Ärzten und Aktivisten sollen zwei Fassbomben eines der letzten Krankenhäuser in Aleppo getroffen haben. Die Rettungshelfer der Weißhelme meldeten, das Krankenhaus sei nun völlig außer Betrieb.

          Der Hilfsorganisation Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft (Sams) zufolge handelt es sich um die größte von insgesamt acht Kliniken in Aleppos Rebellengebieten. Das Gebäude und ein anderes Krankenhaus im von Regimegegnern beherrschten Osten der Stadt waren bereits am vergangenen Mittwoch getroffen worden.

          „Nicht hinnehmbares Drama“

          Frankreich verurteilt die Bombardierung des Krankenhauses. Es sei unglaublich, dass Gesundheitseinrichtungen und deren Personal systematisch Ziele von Angriffen seien, erklärte Außenminister Jean-Marc Ayrault. Ayrault forderte ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen in der nordsyrischen Stadt. Paris setze sich im UN-Sicherheitsrat dafür ein, das „nicht hinnehmbare Drama“ zu beenden.

          Aleppo hatte in den vergangenen Tagen die heftigsten Bombardierungen der syrischen und russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 erlebt. Die Armee startete zugleich eine Offensive.

          Dramatisches Ausmaß : Drohnenvideos zeigen gewaltige Zerstörung Aleppos

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