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Syrische Hauptstadt : Viele Tote bei Doppelanschlag in Damaskus

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Der Ort des ersten Attentats: der Justizpalast im Zentrum der Stadt Bild: AFP

Erst am Wochenende waren bei Attentaten in Damaskus 75 Menschen getötet worden. Nun haben sich abermals Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, diesmal im Justizpalast und in einem Restaurant. Es gibt viele Tote – und ein Tatbekenntnis.

          Syriens Regierungsgebiete sind in den vergangenen Wochen mehrfach von Anschlägen erschüttert worden. Eine Al-Qaida-nahe Gruppe bekannte sich dazu. Am Mittwoch trifft es abermals die Hauptstadt, gleich zweimal. Erst hat ein Selbstmordattentäter im Justizpalast der syrischen Hauptstadt Damaskus 39 Menschen mit in den Tod gerissen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden.

          Zwei Stunden später sprengte sich ein zweiter Selbstmordattentäter in die Luft, er hielt sich laut Sana in einem Restaurant im Stadtteil Rabwa im Nordwesten von Damaskus auf. Die Nachrichtenagentur berichtet von zahlreichen Toten oder Verletzten. Zunächst blieb unklar, wer für die Taten verantwortlich ist, zu dem ersten Anschlag bekannte sich jetzt die Al-Qaida-nahe Gruppe Tahrir-al-Scham-Front.

          Die von der Regierung des Bürgerkriegslandes regierten Gebiete sind in den vergangenen Wochen mehrfach Ziel von Bombenattentaten geworden. Erst am vergangenen Wochenende waren bei einem Anschlag auf schiitische Pilger in Damaskus mindestens 74 Menschen getötet worden. Die Al-Qaida-nahe Organisation Tahrir-al-Scham-Front beanspruchte die Tat für sich. Zuvor waren Anschläge in der Hauptstadt selten, da diese von starken regierungstreuen Truppen gesichert wird.

          Ende Februar hatten Selbstmordattentäter in der zentralsyrischen Stadt Homs nach Angaben von Aktivisten mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Angriffe richteten sich gegen Gebäude des Militärgeheimdienstes und der Staatssicherheit. Unter den Opfern war auch der Chef des Militärgeheimdienstes der Stadt. Zu den Anschlägen bekannte sich ebenfalls die Al-Qaida-nahe Organisation.

          Die bewaffnete Gruppe ist vor allem im Nordwesten Syriens stark. Sie kontrolliert in der Provinz Idlib größere Gebiete. Sie ist wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von der seit Ende des vergangenen Jahres geltenden Waffenruhe ausgenommen. In den vergangenen Wochen waren in Idlib Kämpfe zwischen der radikalen Gruppe und gemäßigteren Rebellen ausgebrochen.

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