https://www.faz.net/-gpf-8wndw

Angriff auf Chan Scheichun : Ärzte bestätigen Giftgas als Todesursache

  • Aktualisiert am

Türkische Fachleute tragen ein Giftgas-Opfer aus Syrien in ein Krankenhaus im türkischen Grenzort Reyhanli. Bild: AP

Bei dem Luftangriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun wurde ein chemischer Kampfstoff eingesetzt. Nach Angaben des türkischen Justizministers habe das die Autopsie von drei Leichen eindeutig ergeben.

          1 Min.

          Drei Tote des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Nordsyrien sind  in der Türkei obduziert worden. Das Ergebnis soll einen Chemiewaffenangriff bestätigen, teilte der türkische Justizminister Bekir Bozdag sagte der privaten Nachrichtenagentur DHA: „Es wurde nach der Autopsie festgestellt, dass eine Chemiewaffe benutzt wurde“. 

          Mehr als 80 Menschen wurden am Dienstag bei dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in der nordsyrischen Stadt Chan Scheichun getötet. Nach türkischen Behördenangaben wurden fast 60 Opfer der Attacke zur Behandlung in die Türkei gebracht. Drei davon starben. Türkische Medien berichteten, Experten der Weltgesundheitsorganisation hätten an den Autopsien an syrischen Opfern teilgenommen, die am Mittwochabend in einem Krankenhaus in der türkischen Stadt Adana vorgenommen wurden.

          Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte bereits am Mittwoch den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für den Angriff verantwortlich gemacht. Erdogan hatte Assad als „Mörder“ bezeichnet. Die Vereinigten Staaten riefen Russland und Iran in scharfer Form dazu auf, ihren Einfluss auf den syrischen Präsidenten Assad geltend zu machen. „Es ist klar, wie Assad operiert: mit brutaler, unverfrorener Barbarei“, erklärte der amerikanische Außenminister Rex Tillerson in Washington. Die Unterstützer Assads sollten sich keinerlei Illusionen über ihn oder seine Absichten hingeben. Der Sprecher des amerikanischen Präsidenten Donald Trump Sean Spicer sagte, seine Regierung sei „überzeugt“ davon, dass Assad für diese „verwerfliche Tat“ verantwortlich sei. Auch Frankreich und Großbritannien sahen die syrische Regierung hinter dem Angriff.

          Die syrische Armee wies dagegen jegliche Verantwortung „kategorisch“ zurück: Sie habe niemals Giftgas eingesetzt und werde das auch künftig nicht tun. Russland erklärte, die syrische Luftwaffe habe bei dem Angriff auf Chan Scheichun eine Chemiewaffenfabrik getroffen. Es sei ein großes Munitionslager der „Terroristen“ und eine Ansammlung militärischer Geräte ins Visier genommen worden, teilte das Verteidigungsministerium laut Nachrichtenagentur Tass mit. Das gehe aus den Aufnahmen der russischen Luftraumbeobachtungssysteme hervor. Auf dem Gebiet der Lagerstätte hätten sich Werkstätten befunden, in denen Geschosse mit chemischen Kampfstoffen produziert worden seien, hieß es weiter. Aus diesem großen Waffenlager seien Chemiewaffen an Kämpfer in den Irak geliefert worden. Rebellen hätten ähnliche Geschosse bereits in Aleppo eingesetzt.

           

           

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.