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Syrien-Konflikt : Washington fordert sofortige Waffenruhe

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Präsident Donald Trump fordert einen sofortigen Waffenstopp von der Türkei. Bild: AP

Washington erhöht im Syrien-Konflikt den Druck auf die Türkei. Gleichzeitig soll Vize-Präsident Mike Pence als Vermittler für Deeskalation sorgen.

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          Die Vereinigten Staaten haben von der Türkei eine „sofortige“ Waffenruhe in Nordsyrien und Verhandlungen mit den Kurden gefordert. Vize-Präsident Mike Pence sagte am Montag (Ortszeit) in Washington,Präsident Donald Trump habe ihn und den Nationalen Sicherheitsberater Robert O’Brien damit beauftragt, in der Türkei Verhandlungen zu führen, um das „Blutvergießen“ zu beenden.

          Trump habe dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in einem Telefonat gesagt, dass die Vereinigten Staaten von der Türkei verlangen, die „Invasion“ zu stoppen. Trump habe sein Angebot wiederholt, in dem Konflikt zwischen den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) und dem türkischen Militär zu vermitteln. Erdogan habe Trump zugesichert, die Grenzstadt Kobane nicht anzugreifen, sagte Pence weiter.

          Die Vereinigten Staaten hatten den Druck auf die Türkei innerhalb weniger Stunden deutlich verstärkt. Zwei Ministerien und drei Minister wurden mit Sanktionen belegt. Wegen der „destabilisierenden Handlungen der Türkei in Nordost-Syrien“ würden Strafzölle auf Stahlimporte aus der Türkei auf 50 Prozent angehoben, erklärte Trump zudem. Die Regierung in Washington will wegen der Militäroffensive auch „umgehend“ Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit der Türkei abbrechen.

          Die Vereinigten Staaten machten die türkische Regierung verantwortlich für die „eskalierende Gewalt“ durch türkische Kräfte, die Gefährdung unschuldiger Zivilisten und die Destabilisierung der Region, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin.

          Washington hatte die Türkei vergangene Woche zum Abbruch der seit Mittwoch laufenden Militäroffensive gegen die kurdische YPG-Miliz aufgefordert und den Nato-Partner mehrfach gewarnt. Dabei hatte Trump kurz vor Beginn der Offensive am Mittwoch mit dem Abzug von US-Truppen aus der Region faktisch den Weg dafür frei gemacht, wofür er viel Kritik auch aus den eigenen Reihen bekam. Die von der YPG-Miliz angeführten SDF waren im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein enger Verbündeter der USA.

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