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Syrien-Konflikt : Friedensfürst Putin?

Der russische Präsident präsentiert sich im Syrien-Konflikt als Held und Friedensbringer. Doch tatsächlich ist Putin kein edler Ritter der Weltpolitik. Ihm geht es vor allem darum, den Großmachtstatus Russlands zu wahren, die Demütigung Obamas inklusive.

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          Ob die amerikanische Syrien-Politik ein einziges Fiasko ist oder ob die Entwicklung der letzten Tage zu einem akzeptablen Ergebnis führen wird, das dürfte sich bald in aller Deutlichkeit zeigen. Zu klären ist diese Schlüsselfrage: Wie und von wem sollen in einem Land, in dem ein Bürgerkrieg tobt, Chemiewaffen unter internationale Kontrolle gebracht werden?

          Eines ist allerdings geklärt: Auf der großen Bühne präsentiert sich der russische Präsident als Held und Friedensbringer: Putin geißelt den Militarismus der Amerikaner, verteidigt das Völkerrecht und den Primat des UN-Sicherheitsrates.

          Das Moskauer Selbstlob geht soweit, Putin schon für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Obama muss sich wie im falschen Film vorkommen, zumal er dankbar sein soll für die russische Initiative, die ihn erst einmal aus einer misslichen Lage befreit - die Rechnung dafür wird noch kommen.

          Doch Putin ist kein edler Ritter der Weltpolitik. Wäre er das, hätte er keine Obstruktionspolitik in den UN betrieben. Ihm geht es vor allem darum, den Großmachtstatus Russlands zu wahren, die Demütigung Obamas inklusive.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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