https://www.faz.net/-gpf-7hftl

Syrien-Konflikt : Friedensfürst Putin?

Der russische Präsident präsentiert sich im Syrien-Konflikt als Held und Friedensbringer. Doch tatsächlich ist Putin kein edler Ritter der Weltpolitik. Ihm geht es vor allem darum, den Großmachtstatus Russlands zu wahren, die Demütigung Obamas inklusive.

          Ob die amerikanische Syrien-Politik ein einziges Fiasko ist oder ob die Entwicklung der letzten Tage zu einem akzeptablen Ergebnis führen wird, das dürfte sich bald in aller Deutlichkeit zeigen. Zu klären ist diese Schlüsselfrage: Wie und von wem sollen in einem Land, in dem ein Bürgerkrieg tobt, Chemiewaffen unter internationale Kontrolle gebracht werden?

          Eines ist allerdings geklärt: Auf der großen Bühne präsentiert sich der russische Präsident als Held und Friedensbringer: Putin geißelt den Militarismus der Amerikaner, verteidigt das Völkerrecht und den Primat des UN-Sicherheitsrates.

          Das Moskauer Selbstlob geht soweit, Putin schon für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Obama muss sich wie im falschen Film vorkommen, zumal er dankbar sein soll für die russische Initiative, die ihn erst einmal aus einer misslichen Lage befreit - die Rechnung dafür wird noch kommen.

          Doch Putin ist kein edler Ritter der Weltpolitik. Wäre er das, hätte er keine Obstruktionspolitik in den UN betrieben. Ihm geht es vor allem darum, den Großmachtstatus Russlands zu wahren, die Demütigung Obamas inklusive.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Topmeldungen

          F.A.Z.-Serie Schneller schlau : Wem gehört der Wald?

          Wenige Tage vor der Sitzung des Klimakabinetts in Berlin läuft die Diskussion darüber heiß, wie noch mehr CO2 in der Atmosphäre verhindert werden kann. Ein Teil der Lösung wird im Wald liegen. Wer profitiert davon?
          Supercomputer Summit von IBM

          KI statt Simulation : Den Superrechnern geht die Luft aus

          Die Leistung von Supercomputern wächst kaum noch. Der Grund ist die fatale Fokussierung auf Künstliche Intelligenz. Numerische Verfahren gelten als „unsexy“.
          Brustkrebs macht sich bei der ärztlichen Untersuchung durch verhärtete Gewebeknoten bemerkbar. Diese können Frauen häufig auch selbst ertasten.

          Brustkrebs : Ein Medikament revolutioniert die Therapie

          Das Medikament Herceptin ebnete den Weg für die personalisierte und hochspezifische Behandlung der Zukunft. Was der Wissenschaft damit gelungen ist, lässt sich als „game changer“ bezeichnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.