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Bürgerkrieg : Drei spanische Journalisten in Syrien vermisst

  • -Aktualisiert am

In der Altstadt von Aleppo (hier ein Foto vom 15. Juli) sind die drei Spanier offenbar zuletzt gesehen worden. Bild: Reuters

Die Regierung in Madrid hat bestätigt, dass in Nordsyrien drei spanische Kriegsreporter vermisst werden. Die Journalisten verschwanden demnach bereits vor zehn Tagen in Aleppo.

          Der Albtraum wiederholt sich“, steht an diesem Mittwoch in den Schlagzeilen der spanischen Medien. Und in der Tat: Abermals sind in Syrien drei Journalisten des Landes „verschwunden“. Schon im Herbst 2013 waren drei iberische Reporter in Syrien von Islamisten entführt und nach einem halben Jahr Gefangenschaft – mutmaßlich gegen Zahlung eines hohen Lösegeldes – wieder freigelassen worden.

          Diesmal handelt es sich um die Freelancer José Manuel López, Antonio Pampliega und Ángel Sastre, die verschiedene Zeitungen, Fernsehsender und Rundfunkanstalten belieferten. Nach Angaben der Journalistenvereinigung Fape waren die drei am 10. Juli aus der Türkei nach Syrien eingereist. Zwei Tage später sei dann der Kontakt zu ihnen abgebrochen. Die spanische Regierung wurde darüber angeblich rasch unterrichtet und unternimmt seither über ihre Botschaft in Ankara und den Geheimdienst alles Mögliche, um sie zu lokalisieren und wieder freizubekommen. In der Öffentlichkeit wurde der Fall erst jetzt, zehn Tage später bekannt.

          Außenminister José Manuel García-Margallo bat am Mittwoch in Madrid um „äußerste Diskretion“. Im Rückblick auf die vier Jahre des syrischen Bürgerkriegs, während derer auch ausländische Reporter geköpft worden waren, sagte Margallo, dass Spanien bislang „kein solches persönliches Unglück zu beklagen hatte“. Andere Länder, darunter die Vereinigten Staaten, hatten Verhandlungen und Lösegeldzahlungen für gefangene Staatsbürger abgelehnt.

          In dem neuen Fall wird vermutet, dass die drei Spanier in Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens, in die Hände des dortigen Al-Qaida-Ablegers Al Nusra gefallen sind. Al Nusra ist gleichermaßen mit dem Regime von Staatschef Assad wie auch dem Islamischen Staat verfeindet.

          López, Pampliego und Sastre wurden angeblich zusammen mit ihrem Dolmetscher noch am 11. Juli in der Altstadt von Aleppo gesehen. Ob die mutmaßlichen Entführer sich schon zu erkennen gegeben und Forderungen gestellt haben, ist bislang nicht bekannt. Die Angehörigen der Spanier baten, ähnlich wie der Außenminister, um „Geduld, Respekt und Diskretion“.

          In Syrien, wo der Bürgerkrieg in vier Jahren schätzungsweise schon mehr als 230.000 Todesopfer gefordert und mehrere Millionen Flüchtlinge verursacht hat, sind bislang auch 46 Journalisten ums Leben gekommern. Der spanische Justizminister Rafael Catalá sagte, dass die Regierung nichts unversucht lassen werde, um die drei Journalisten ausfindig zu machen. Zunächst müsse man aber in Erfahrung bringen „was passiert ist“ und „mit welchem Ziel“.

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