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Syrien-Krise : Den Flächenbrand verhindern

Ein Kämpfer der syrischen Regierung steigt durch Ruinen in der von Rebellen zurückeroberten Stadt Zamaika, in der Region Ost-Ghouta. Bild: AFP

In Syrien droht ein Zusammenstoß zwischen Russen und Amerikanern. Zu einer solchen Eskalation darf es nicht kommen. Ein Kommentar.

          So nah an den Rand eines Atomkrieges wie die Kuba-Krise, die jetzt wieder häufiger in Vergleichen auftaucht, hat die Syrien-Krise die Welt noch nicht gebracht. Anders als im Oktober 1962 geht es in Syrien weder für die Amerikaner noch für die Russen um die eigene nationale Sicherheit. Und doch drohte man sich wechselseitig schon mit Raketen. Moskau will sich aus geostrategischen Gründen nicht mehr aus Syrien vertreiben lassen und unterstützt daher mit aller Macht und Brutalität den Schlächter Assad. Trump will mit „Dreckslöchern“ wie Syrien eigentlich nichts zu tun haben, fühlt sich jetzt aber dazu berufen, die gescheiterte Rote-Linien-Politik seines von ihm verachteten Vorgängers an dem Punkt fortzusetzen, an dem Obama der Mut verließ.

          In der Folgezeit fand sich der Westen damit ab, dass Assad mit Hilfe des Kremls eine Stadt nach der anderen von den Rebellen zurückeroberte, indem er sie in Schutt und Asche legte oder in Gaskammern verwandelte. Der fortgesetzte Völkermord schreit freilich so zum Himmel, dass selbst Trump ihn nun nicht überhören konnte. Seine Handlungsbereitschaft findet trotz seiner haarsträubenden Prahlereien Zustimmung bei wichtigen Verbündeten, weil es moralische, aber auch realpolitische Gründe dafür gibt, Assad in den Arm zu fallen. Wenn Chemiewaffen trotz Ächtung folgenlos eingesetzt werden können, ob gegen Städte oder auch nur gegen Einzelpersonen, dann wird die „Atombombe des kleinen Mannes“ wieder zu einem gängigen Massenvernichtungsmittel.

          Das will auch die Regierung Merkel nicht, der zudem daran gelegen sein muss, dass es nicht zu einer weiteren Massenflucht aus Syrien kommt. Politisch will Berlin den Amerikanern, Franzosen und Engländern den Rücken stärken, obwohl auch ein Militärschlag gegen Assad ohne UN-Mandat vom Völkerrecht nicht gedeckt wäre. Die Beteiligung der Bundeswehr schließt die Kanzlerin jedoch aus – man wüsste auch nicht recht, was Berlin in die militärische Waagschale werfen wollte. Wird diese Drohkulisse reichen, damit Moskau Assad befiehlt, künftig weniger auffällig zu morden? Wenn nicht: Wie ginge es nach einem Bombardement weiter? Ein realistischer Plan für ein friedliches und freies Syrien ist nirgendwo zu erkennen. Wie sollte er auch aussehen? Zunächst aber muss verhindert werden, dass aus dem Stellvertreterkrieg in Syrien ein globaler Flächenbrand wird.

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