https://www.faz.net/-gpf-8ch23

Syrien : IS soll Hunderte Zivilisten entführt haben

  • Aktualisiert am

In Syrien tobt der Bürgerkrieg weiter: Im Osten des Landes tötete der „Islamische Staat“ nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als hundert Menschen, 400 sollen entführt worden sein.

          Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat in Ostsyrien nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten ein Massaker angerichtet und mindestens 135 Menschen getötet. In einem Vorort der von den Dschihadisten eingeschlossenen und teils von Regierungstruppen kontrollierten Stadt Dair as-Saur seien 85 Zivilisten exekutiert worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Sonntag mit. Zudem seien bei Gefechten in der Enklave am Samstag mindestens 50 Kämpfer des Regimes getötet worden. Weitere 400 Menschen wurden demnach vom IS entführt - ihr Schicksal blieb zunächst unklar. Bei den Gefechten wurden den Menschenrechtlern zufolge auch 42 IS-Kämpfer getötet.

          Die syrische Staatsagentur Sana berichtete sogar von mehr als 300 getöteten Zivilisten. Dair as-Saur und die gleichnamige syrische Provinz stehen mit Ausnahme einiger Gebiete unter Kontrolle des Islamischen Staates. Die Belagerung der Stadt am Euphrat begann vor etwa einem Jahr.

          Nach Berichten über schlechte Zustände in dem Gebiet hatte ein russisches Transportflugzeug zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Dair as-Saur abgeworfen. Bürgerrechtlern zufolge sind dort mindestens 250.000 Menschen eingeschlossen, der IS verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gebracht werden können.

          Den Menschenrechtlern zufolge tötete der „Islamische Staat“ in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3700 Zivilisten und mehr als 1000 Regimekämpfer.

          Bei Luftangriffen im Osten Syriens wurden nach Angaben von Aktivisten etwa 40 Zivilisten getötet. Die IS-Hochburg Raqqa sei am Samstag bombardiert worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Unter den Opfern seien Kinder, heißt es. Die Kampfflugzeuge seien aus einem Gebiet gekommen, das von syrischen Regierungstruppen kontrolliert wird. Es sei jedoch unklar, ob es sich um Angriffe der syrischen oder der russischen Luftwaffe gehandelt habe. Ebenfalls am Samstag wurde das von der Opposition kontrollierte Stadtviertel Sukkari in Alepo bombardiert. Auch dort soll es Dutzende Tote gegeben haben.

          Weitere Themen

          Union beendet Europawahlkampf Video-Seite öffnen

          Merkel ist auch da : Union beendet Europawahlkampf

          Beim Abschluss des Europawahlkampfs der konservativen EVP in München ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit von der Partie. Das jähe Ende der Koalition aus ÖVP und FPÖ in Österreich ist auch hier Thema.

          Macron reagiert im Livestream Video-Seite öffnen

          „Angriff“ in Lyon : Macron reagiert im Livestream

          In der Fußgängerzone der französischen Stadt Lyon ist offenbar eine Paketbombe explodiert. In einem Live-Interview auf YouTube und Facebook während einer Wahlveranstaltung der Partei La Republique En March sprach Macron von einem Angriff.

          Topmeldungen

          Mays Rücktritt : Ein bitterer Abschied

          Theresa May hatte mit dem Brexit nur eine Aufgabe und ist an ihr gescheitert. May, die zu Beginn ihrer Amtszeit mit Margret Thatchers verglichen wurde, dürfte als respektierte, aber glücklose Premierministerin in die Geschichte eingehen.

          Strache zum Ibiza-Video : Tief blicken

          Der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache sagt, was von ihm auf dem Ibiza-Video zu hören ist, seien „Gedankenspiele“ gewesen. Darüber kann man sich ebenso Gedanken machen wie über die Drahtzieher der Falle, in die er tappte. Ein Kommentar.

          Bayern München : Die Frage aller Fragen lässt Kovac abperlen

          Bayern München hat am Samstag im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig die Chance aufs Double. Aber gerade der ehemalige Frankfurter Trainer weiß um die Chancen von Außenseitern. Spannender ist aber nach wie vor die Zukunft von Trainer Niko Kovac.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.