https://www.faz.net/-gpf-9r832

Syrien-Gipfel : Erdogan trifft Putin und Rohani

  • Aktualisiert am

Hassan Rohani, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan posieren bei einem Treffen im russischen Sotschi vergangenen Februar für die Presse. Bild: dpa

Die Türkei, Russland und Iran: Drei Länder mit unterschiedlichen Interessen im syrischen Bürgerkrieg. Beim Treffen in Ankara wollen die Präsidenten über die Lage in der Rebellenhochburg Idlib und die Rückkehr von Flüchtlingen sprechen.

          1 Min.

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan empfängt an diesem Montag den russischen Staatschef Wladimir Putin und seinen iranischen Kollegen Hassan Rohani zu Gesprächen über das Bürgerkriegsland Syrien. Ein Fokus des Dreiergipfels in Ankara ist nach türkischen Angaben die Situation in der Rebellenhochburg Idlib. Außerdem soll es um eine freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien gehen.

          In der Region Idlib leben rund drei Millionen Menschen. Syriens Regierung droht mit weiteren Angriffen auf das Gebiet. Im Fall einer neuen Regierungsoffensive könnten Hunderttausende in Richtung Türkei fliehen und von dort aus weiter Richtung Europa. Erdogan will eine weitere Eskalation der Kämpfe verhindern. Sein Land hat schon jetzt mehr als 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

          Die Türkei unterstützt in Syrien verschiedene Rebellengruppen. Russland und der Iran dagegen stehen auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al Assad. Im sogenannten Astana-Prozess verhandeln die drei Staaten seit 2017 um eine Lösung im Bürgerkriegsland – bislang mit wenig Erfolg.

          Pufferzonen-Plan gescheitert

          Im September vergangenen Jahres hatten sich Putin und Erdogan auf die Einrichtung einer Pufferzone in Idlib geeinigt. Schon damals sollte eine Regierungsoffensive verhindert werden. Das Abkommen scheiterte jedoch, unter anderem, weil sich die stärkste Rebellengruppe der Region, die militante islamistische Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS), nicht an die Einigung gebunden fühlte.

          Die militante HTS-Miliz hat mehrere Wandlungen vollzogen: Einst trat sie als syrischer Ableger Al Qaidas auf, sagte sich aber – zumindest offiziell – von dem Terrornetzwerk los. Ihren früheren Namen Al-Nusra-Front änderte sie in HTS: Organisation zur Befreiung (Groß-)Syriens. Im vergangenen Jahr ging sie gegen konkurrierende Rebellen vor und brachte Idlib unter Kontrolle.

          Russland, die Türkei und der Iran bemühen sich um die Bildung eines Verfassungsausschusses für Syrien. Ende August hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim G-7-Gipfel in Biarritz gesagt, ein solcher politischer Prozess könne bald beginnen.

          Weitere Themen

          Erste Container aus China erreichen Rügen

          „Neue Seidenstraße“ : Erste Container aus China erreichen Rügen

          Ein Schiff mit den ersten 41 Containern aus China ist am Dienstag in den Hafen Mukran eingelaufen. Die neue Verbindung soll schneller sein als der Landweg durch Polen. Angetreten hatten die Container ihre Reise Anfang November auf einem Testzug.

          Topmeldungen

          Angeklagter: Der 93 Jahre alte Bruno D. wird aus dem Gerichtssaal in Hamburg geschoben.

          Prozess um SS-Wachmann : Eine große Umarmung

          Im SS-Prozess in Hamburg sagt ein früherer Häftling des KZ Stutthof aus. Er berichtet von furchtbaren Taten und Erlebnissen. Und er will dem Angeklagten vergeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.