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Syrien : Gegner des IS bekämpfen einander

  • Aktualisiert am

Kurdische Soldaten mit jesidischen Flüchtlingen in der Nähe von Kirkuk Bild: Reuters

Die Lage im syrischen Bürgerkrieg wird immer unübersichtlicher. Im Nordosten des Landes sind Kämpfe zwischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten ausgebrochen. Nützt das der Terrormiliz „Islamischer Staat“?

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          In Syrien bekämpfen sich zwei wichtige Gegner der Extremisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) nun gegenseitig. Am Sonntag seien im Nordosten des Landes Gefechte zwischen Regierungstruppen und Einheiten der Kurden ausgebrochen, berichtete die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bislang galt eine stillschweigende und weitgehend eingehaltene Vereinbarung, dass sich beide Seiten im Bürgerkrieg auf andere Feinde wie den IS konzentrieren. Die amerikanische Luftwaffe flog wieder Dutzende Angriffe auf Stellungen der Islamisten in Syrien und im benachbarten Irak. Japan kündigte zur Unterstützung des Kampfes gegen den IS Hilfen in Höhe von etwa 200 Millionen Dollar an.

          Durch die neue Front wird die Lage in dem seit fast vier Jahren anhaltenden Bürgerkrieg noch unübersichtlicher. Auslöser der jüngsten Kämpfe war den Beobachtern zufolge, dass Soldaten die Kontrolle über Gebäude in einer neutralen Zone übernahmen. Inzwischen werde in mehreren Teilen der Stadt Al Hasaka gekämpft, die die Kurden-Miliz YPG und die Truppen von Präsident Baschar al Assad zuvor unter sich aufgeteilt hätten.

          Bislang war es lediglich zu einzelnen Scharmützeln gekommen. Beide Seiten sind durch den Vorstoß des IS in Bedrängnis geraten. Die Islamisten haben große Teile von Syrien und des Iraks unter ihre Kontrolle gebracht und ein Kalifat ausgerufen.

          Bei ihrem Vormarsch haben die Islamisten auch Tausende Jesiden getötet oder gefangengenommen und versklavt. Kurdische Einheiten durchbrachen im vergangenen Monat eine Belagerung des Sindschar-Gebirges, wo Tausende Mitglieder der religiösen Minderheit monatelang festgesessen hatten. Der IS ließ inzwischen 350 Jesiden frei, wie ein Reuters-Reporter am Samstag aus der irakischen Kurden-Stadt Kirkuk berichtete. Dabei handelte es sich überwiegend um alte und kranke Menschen sowie einige schwer kranke Kinder.

          Auch am Wochenende meldeten die Vereinigten Staaten neue Luftangriffe auf Stellungen des IS in beiden Staaten. Allein bis Samstagmorgen seien innerhalb von 24 Stunden 29 Ziele angegriffen worden, darunter Gefechtsstellungen und Panzer. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte zum Auftakt einer Nahost-Reise in Kairo 200 Millionen Dollar an nicht-militärischen Hilfen für die Staaten in der Region an, die sich am Kampf gegen den IS beteiligen. Das Geld könne für den Aufbau der Infrastruktur eingesetzt werden.

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