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Eskalation im Syrien-Konflikt : Erdogans Fehler

Er hat mit dem Feuer gespielt: Der türkische Präsident Tayyip Erdogan am Donnerstag in Ankara Bild: AP

Sein abenteuerliches Vorgehen in Syrien konnte Erdogan nur riskieren, weil die Türkei den Schutz der Nato genießt. Das bedeutet nicht, dass das Bündnis nun das Feuer löschen muss, das der türkische Präsident gelegt hat.

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          Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat mit dem Feuer gespielt. Jetzt brennt es lichterloh. Denn die türkische Armee liefert sich einen direkten militärischen Konflikt mit syrischen Truppen und einen indirekten mit russischen. Aus zwei Gründen hatte sich Erdogan in Syrien eingemischt. Zunächst wollte er den Sturz des syrischen Machthabers Assad; dazu setzte er auf islamistische Milizen, die man freilich ebenso wenig als Herrscher über Syrien sehen will wie den Diktator Assad.

          Als das scheiterte, beorderte er Soldaten nach Idlib, um die letzten Rebellen vor Assads Rache zu schützen. Zudem schickte er die Armee nach Syrien, um eine kurdische Autonomieverwaltung zu verhindern. Beides war nur möglich, weil sich Erdogan dem russischen Präsidenten andiente. Das wird ihm nun zum Verhängnis. Denn Putin kann die Türkei in einen Krieg verwickeln, und er kann sie mit Flüchtlingen überfluten.

          Derart in die Ecke gedrängt, erkennt die Türkei, dass sie ihre Sicherheit der Mitgliedschaft in der Nato verdankt. Die Gedankenspiele in Ankara, die Westbindung durch eine eurasische Partnerschaft mit Russland zu ersetzen, dürften damit ein Ende haben.

          Riskieren konnte Erdogan sein abenteuerliches Vorgehen in Syrien und die Annäherung an Russland nur, weil die Türkei den Schutz der Nato genießt. Das bedeutet nicht, dass die Nato mit dem Ausrufen des Bündnisfalls nun das Feuer löschen muss, das Erdogan gelegt hat. Für ihre Fehler muss die Türkei selbst einstehen.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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