https://www.faz.net/-gpf-7kqo5

Syrien : Assad setzt in Aleppo TNT-Bomben ein

  • Aktualisiert am

Aktivisten verbreiten diese Bilder von Bombenopfern nach weiteren Angriffen auf Aleppo Bild: REUTERS

Dutzende Tote sind die dramatische Folge von schweren Luftangriffen auf Viertel in der nordsyrischen Stadt Aleppo, die von Aufständischen kontrolliert werden.

          Bei Luftangriffen auf Rebellenviertel in der nordsyrischen Stadt Aleppo sind am Sonntag nach Angaben von Aktivisten Dutzende Menschen getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden in drei Stadtteilen insgesamt 44 Menschen getötet, darunter sechs Kinder. Die Opferzahl werde vermutlich steigen. Nach Angaben des oppositionellen Pressezentrums in Aleppo setzte die Luftwaffe äußerst zerstörerische, mit dem Sprengstoff TNT gefüllte Bomben ein.

          Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle, die ihre Angaben auf Informationen von Aktivisten, Oppositionellen und Mitarbeitern von Rettungskräften stützt, hatte zunächst von 25 Toten im Viertel Hanano gesprochen. Später hieß es, in Hanano sowie den Vierteln Ahmadijeh und Haidarijeh seien mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl werde vermutlich steigen, da viele Menschen lebensgefährlich verletzt seien oder vermisst würden.

          Die einst blühende Wirtschaftsmetropole Aleppo wurde durch den Bürgerkrieg bereits schwer zerstört. Seit Sommer 2012 ist die Stadt zwischen Regierung und Rebellen geteilt. Vor einer Woche startete die Armee Angriffe auf Rebellenviertel, seither wurden hunderte Menschen getötet. Die Krankenhäuser seien „voll von Verletzten“, teilte das Aleppo Media Centre, ein Netzwerk von Bürgerjournalisten, mit. Der Angriff in Hanano sei besonders tödlich gewesen.

          Auch aus anderen Orten in der Provinz Aleppo wurden Luftangriffe gemeldet. Aktivisten der Generalkommission der syrischen Revolution berichteten von „Panik und Massenflucht“. Unter den Opfern seien auch Rettungskräfte, die während der Versorgung von Verwundeten getötet wurden.

          Aufständische in Aleppo: Kämpfer der „Freien Syrische Armee“ liefern sich dort einen Kampf gegen die Regierungstruppen - Haus für Haus, Straße für Straße

          Der oppositionelle Provinzrat von Aleppo kündigte an, wegen der anhaltenden Angriffe die Schulen in den von Rebellen gehaltenen Gebieten „für mindestens eine Woche“ zu schließen. Bei den Angriffen vom Sonntag seien zwei Schulen getroffen worden, fügte der Provinzrat hinzu. Das Journalistennetzwerk Schahba Press veröffentlichte Aufnahmen, in denen ein Kind in einer schwer beschädigten Schule sagt, der Angriff sei während des Unterrichts erfolgt.

          Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, erklärte, die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad versuche, „die Menschen in den von der Opposition kontrollierten Gebieten gegen die Rebellen aufzubringen“. „Sie tötet und zwingt Menschen zur Flucht, um dieses Ziel zu erreichen.“

          Bei einem Bombenanschlag in einem schiitischen Dorf in der zentralen Provinz Homs wurden laut staatlichen Medien acht Menschen getötet, darunter sechs Schulkinder. Die Beobachtungsstelle gab die Zahl der Toten mit mindestens zwölf an.

          Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wurden durch die Kämpfe in Syrien seit dem Beginn des Konflikts im März 2011 mindestens eine halbe Million Menschen verletzt. Millionen Syrer seien auf der Flucht und zehntausende ihrer Freiheiten beraubt, sagte der IKRK-Delegationschef in Syrien, Maghe Barth.

          Trotz „äußerster Not“ komme bei vielen Menschen die humanitäre Hilfe nicht an, sagte Barth. Lebensmittel und andere Güter des Grundbedarfs neigten sich „gefährlich“ dem Ende zu, besonders in den umkämpften Gebieten. Verletzte erhielten häufig nicht die notwendige Versorgung. Das IKRK rief die syrische Regierung und die Rebellen erneut auf, die Versorgung der notleidenden Bevölkerung mit Hilfsgütern zu gewährleisten.

          Weitere Themen

          Warum AKK nach dem Kanzleramt greifen muss

          CDU : Warum AKK nach dem Kanzleramt greifen muss

          Wenn Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Macht konsolidieren will, muss sie möglichst schnell eine Ablösung von Angela Merkel anstreben. Aber einfach wird das nicht.

          Brexit- Rückzug rechtlich möglich Video-Seite öffnen

          Entscheidung des EuGH : Brexit- Rückzug rechtlich möglich

          Großbritannien darf nach einem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union die Austrittserklärung aus der EU einseitig zurücknehmen. Das nährt bei den Brexit-Gegnern die Hoffnung auf ein Verbleib in der Staatengemeinschaft.

          Topmeldungen

          Neue starke Frau der CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Parteitag in Hamburg

          CDU : Warum AKK nach dem Kanzleramt greifen muss

          Wenn Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Macht konsolidieren will, muss sie möglichst schnell eine Ablösung von Angela Merkel anstreben. Aber einfach wird das nicht.

          Macron und die Gelbwesten : Der ratlose Präsident

          Mit einer Rede im Fernsehen will Emmanuel Macron die „Gelbwesten“ besänftigen und mit „starken Maßnahmen auf die augenblickliche Wut antworten“. Die Hektik, mit der er vorgeht, zeigt, wie verunsichert er ist.

          Nach EuGH-Entscheidung : EU schließt Brexit-Nachverhandlung aus

          Die EU-Kommission macht abermals klar, dass sich ihre Position hinsichtlich des Trennungsvertrags nicht geändert habe. Der Gerichtshof der Europäischen Union hatte vorher den Gegnern des Brexit Hoffnung gemacht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.