https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/syrien-amnesty-international-bericht-ueber-massenhinrichtungen-14862164.html

Amnesty International : Neuer Bericht über Massenhinrichtungen in Syrien

  • Aktualisiert am

Ein syrischer Soldat hält Wache in Aleppo, dahinter ein Poster mit Syriens Präsident Bashar Al-Assad Bild: Reuters

Bis zu 13 000 Personen sollen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation in einem syrischen Militärgefängnis gehängt worden sein. Die meisten Verurteilten waren Zivilisten.

          1 Min.

          Nach Informationen von Amnesty International wurden im syrischen Militärgefängnis Sednaja nördlich von Damaskus mehrere tausend Gefangene gehängt. Am frühen Dienstag Morgen veröffentlichte die Organisation in Berlin einen Bericht, in dem von 5.000 bis zu 13.000 Hinrichtungen in den Jahren 2011 bis 2015 die Rede ist. Zumeist seien es Zivilisten gewesen. Der Bericht basiert den Angaben zufolge auf den Schilderungen von 84 Zeugen und Experten, darunter Gefängniswärter und Behördenvertreter, aber auch ehemalige Häftlinge, Richter und Anwälte.

          Die Opfer würden von Militärtribunalen in wenigen Minuten verurteilt. Geständnisse würden zumeist mit Hilfe von Folter erzwungen. „Dazu kommen Tausende, die durch Folter und unmenschliche Behandlung ums Leben gekommen sind. Bei diesen massiven systematischen Menschenrechtsverletzungen handelt es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärte der Generalsekretär von Amnesty Deutschland, Markus N. Beeko. Das Ausmaß der Gewalttaten erfülle den Tatbestand des Kriegsverbrechens, erklärte Amnesty. Die Organisation forderte eine Untersuchung durch die Vereinten Nationen (UN). Insbesondere Russland als Verbündeter des Regimes müsse seinen Einfluss im UN-Sicherheitsrat geltend machen, um die extralegalen Hinrichtungen zu beenden.

          Krieg in Syrien : Amnesty wirft Assad Massenhinrichtungen und Folter vor

          Weitere Themen

          Der nächste Ampel-Zwist

          FAZ Plus Artikel: Einbürgerungsrecht : Der nächste Ampel-Zwist

          Der Streit über das Bürgergeld ist gerade beigelegt. Doch jetzt meldet die FDP Kritik an den Plänen von Innenministerin Faeser zur Einbürgerung an. Die Liberalen sind nicht grundsätzlich dagegen – vermissen aber einiges.

          Topmeldungen

          Twitter-Chef in Aufruhr : Musk geht auf Apple los

          Der neue Twitter-Eigentümer behauptet, der iPhone-Hersteller drohe mit einem Rauswurf aus dem App Store und schalte kaum noch Anzeigen. Musk suggeriert, Apple wolle Twitter zensieren – und fragt: „Hassen sie freie Meinungsäußerung in Amerika?“
          Kanzler Scholz zusammen mit der Integrationsbeauftragten Reem Alabali-Radovan (links) und Innenministerin Nancy Faeser am Montag in Berlin

          Einbürgerungsrecht : Der nächste Ampel-Zwist

          Der Streit über das Bürgergeld ist gerade beigelegt. Doch jetzt meldet die FDP Kritik an den Plänen von Innenministerin Faeser zur Einbürgerung an. Die Liberalen sind nicht grundsätzlich dagegen – vermissen aber einiges.

          Proteste in China : Jetzt demonstriert der Staat seine Macht

          Die Proteste gegen die Null-Covid-Politik werden in den chinesischen Medien ignoriert. Peking setzt auf Zensur und Einschüchterung. Wie die Lage sich entwickelt, ist noch nicht abzusehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.