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Syrien : 15 Menschen bei Luftangriff getötet

  • Aktualisiert am

Im syrischen Ariha suchen Helfer nach Überlebenden nach einem Luftangriff. Bild: AFP

Syrische und russische Kampfflugzeuge hätten den Ort Ariha bombardiert, meldet die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Im Süden des Landes bezichtigt sich derweil der IS eines Anschlags.

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          Bei Luftangriffen in Syriens letztem großen Rebellengebiet im Nordwesten des Landes sind Aktivisten zufolge mindestens 15 Zivilisten getötet worden. Unter anderem hätten syrische und russische Kampfflugzeuge den Ort Ariha in der Provinz Idlib bombardiert, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Unter den Todesopfern seien sieben Kinder. In der benachbarten Provinz Hama seien unterdessen drei Helfer ums Leben gekommen, als ihr Fahrzeug bei einem Luftangriff getroffen wurde.

          In Syrien läuft seit Ende April eine Offensive gegen die letzte Rebellenhochburg. Die Region um Idlib wird von der Al-Qaida-nahen Miliz „Ha­yat Tahr­ir al Scham“ (HTS) kontrolliert. Bei der Offensive kamen der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mehr als 820 Zivilisten ums Leben.

          Die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat unterdessen einen Anschlag auf Regierungstruppen im Süden Syriens für sich reklamiert, bei dem am Samstag sechs Soldaten getötet wurden. Ein IS-Kämpfer habe bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Daraa erst Soldaten mit einem Maschinengewehr beschossen und dann eine Sprengstoffweste gezündet, erklärte die IS-Miliz am Samstagabend im Onlinedienst Telegram.

          Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte sich ein Angreifer auf einem Motorrad an einem Militärkontrollposten in Daraa in die Luft gesprengt und dabei sechs Soldaten getötet sowie mehrere weitere Menschen verletzt. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete ebenfalls über einen Selbstmordanschlag, der sich demnach aber während eines „Armeeangriffs“ auf „Terroristen“ ereignete. Eine Opferzahl nannte Sana nicht.

          Am Montag hatte der IS bereits einen Autobombenanschlag in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus für sich reklamiert, bei dem ein Zivilist getötet worden war.

          In der Provinz Daraa im Süden Syriens hatten im März 2011 die Proteste gegen Machthaber Baschar al-Assad begonnen. Nach monatelangen Gefechten gelang es der Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe aber im Juli 2018, die Provinz von den Rebellen und Dschihadisten zurückzuerobern, die sie in den Jahren zuvor kontrolliert hatten.

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