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Bürgerkrieg im Südsudan : Hunger als Waffe

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Ein Südsudanese schaut auf die Trümmer seines Hauses, das von Rebellen zerstört wurde. Bild: AFP

Amnesty International beklagt schwere Menschenrechtsverletzungen im Südsudan. Seit 2013 tobt dort ein Bürgerkrieg – in dem die Kriegsparteien offenbar vor nichts zurückschrecken.

          Im Südsudan missbrauchen Bürgerkriegsparteien Menschenrechtlern zufolge die akute Lebensmittelknappheit als Kriegswaffe. Die Kämpfer von Regierung und Opposition schnitten die Essensversorgung in bestimmten Gebieten der Region Äquatoria im Süden des Landes teils gezielt ab, wie Amnesty International in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht erklärte. Auch systematische Plünderungen von Märkten und Häusern seien an der Tagesordnung. Rund sechs Millionen Südsudanesen – etwa die Hälfte der Bevölkerung – haben UN-Angaben zufolge nicht genügend zu essen. Das Land steht am Rande einer Hungersnot.

          Das südsudanesische Militär bestritt, die Essensversorgung abgeschnitten und Menschen getötet zu haben. „Die Streitkräfte kämpfen für die Werte der Menschlichkeit und können nicht ihre eigene Bevölkerung umbringen“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa den Militärsprecher Santo Domic Chol.

          Die Region Äquatoria galt früher als die Kornkammer des Südsudans. Seit Mitte 2016 wurde die fruchtbare Region jedoch auch verstärkt von Kämpfen heimgesucht. Es folgte ein Massenexodus ins nahe Uganda, die Landwirtschaft brach zusammen. Beide Konfliktparteien würden der Bevölkerung vorwerfen, den Feind zu versorgen oder vom Feind versorgt zu werden, erklärte Amnesty.

          „Die Eskalation der Kampfhandlungen in der Region Äquatoria hat zu brutalen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung geführt“, sagte Amnesty-Mitarbeiterin Donatella Rovera bei der Vorstellung des Berichts. Amnesty-Vertreter waren im Juni in die Region gereist und hatten gravierende Menschenrechtsverletzungen dokumentiert.

          Gezielte Angriffe auf ganze Dörfer

          „Männer, Frauen und Kinder werden erschossen, mit Macheten zerhackt und in ihren Häusern bei lebendigem Leib verbrannt. Frauen und Mädchen sind ständig in Gefahr, entführt und vergewaltigt zu werden“, erklärte Rovera. Häuser, Schulen, medizinische Einrichtungen und humanitäre Organisationen würden geplündert oder verwüstet. Zeugen berichteten von gezielten Angriffen gegen ganze Dörfer, wobei Häuser niedergebrannt und zerstört und Bewohner getötet oder zur Flucht gezwungen wurden, erklärte Amnesty.

          Diese Angriffe sind der Menschenrechtsorganisation zufolge in erster Linie Racheakte von Regierungsmilizen nach vermehrten Aktivitäten der Opposition in der Region. Allerdings seien es nicht nur diese, die gezielt Zivilisten töteten. Auch die Opposition töte Menschen vorsätzlich auf Grund ihrer ethnischen Zugehörigkeit zur Gruppe der Dinka, in denen sie Unterstützer der Regierung sehe.

          Seit 2013 tobt im Südsudan ein auch ethnisch motivierter Bürgerkrieg zwischen den Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und jenen des früheren Vizepräsidenten Riek Machar. Spaltete der Bürgerkrieg das jüngste Land der Welt zunächst noch in zwei Konfliktparteien – wobei Regierung und Opposition den jeweils größten Bevölkerungsgruppen der Dinka und Nuer angehören – wird die ethnische Dimension des Konflikts immer stärker. Rund 3,9 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf der Flucht.

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