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Absturz nach Start : Seouls Antwort auf Nordkoreas Raketenstart schlägt fehl

Erfolgreicher: Am Mittwoch wurden zwei Raketen in einer gemeinsamen Militärübung der Vereinigten Staaten und Südkorea abgefeuert. Bild: dpa

Als Antwort auf Nordkoreas Raketentest vom Dienstag wollte Südkorea eine eigene ballistische Rakete starten. Doch die stürzte ab.

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          Südkorea und die Vereinigten Staaten haben auf den Raketentest Nordkoreas vom Dienstag mit dem Abschuss eigener Raketen auf Testziele reagiert. Doch der südkoreanische Start einer eigenen ballistischen Rakete schlug in der Nacht zum Mittwoch fehl. Die Kurzstreckenrakete des Typs Hyunmoo-2C fiel umgehend auf einen Luftwaffenstützpunkt in der Nähe von Gangneung an der Ostküste des Landes zurück und löste dort ein Feuer aus.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Das südkoreanische Militär informierte erst am frühen Mittwochmorgen über den Vorfall, der bei Anwohnern in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts für Sorge und Unruhe gesorgt hatte. Die Gründe des Fehlstarts werden untersucht. Der Gefechtskopf sei rund ein Kilometer vom Startpunkt und nur 700 Meter entfernt von Häusern gefunden worden sein, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise.

          US-Flugzeugträger kehrt vor Koreas Ostküste zurück

          Erfolgreicher feuerten amerikanische und südkoreanische Streitkräfte als Zeichen der Entschlossenheit jeweils zwei Boden-Boden-Raketen in das Japanische Meer, das von Südkorea Ostmeer genannt wird. Als weitere Reaktion auf die nordkoreanische Provokation wird der amerikanische Flugzeugträger USS Ronald Reagan wieder zurück in dieses Meer steuern, nachdem er das Gebiet erst vor kurzem verlassen hatte.

          Die deutliche Antwort der Verbündeten unterstreicht, dass die neue konservative Regierung von Präsident Yoon Suk-yeol entschiedener auf die nordkoreanische Bedrohung reagiert als die Regierung des linksliberalen Vorgängers Moon Jae-in. Schon am Dienstag hatte Südkorea auf den Raketenstart Nordkoreas mit dem Abschuss von zwei Präzisionsraketen reagiert. Zugleich führten die amerikanischen Streitkräfte zusammen mit dem japanischen Verbündeten Übungen durch. Erstmals seit 2017 hatte Nordkorea die Rakete am Dienstag wieder über Japan hinweg in den Pazifik geschossen. Mit rund 4600 Kilometer war es die längste Strecke, die eine nordkoreanische Rakete zurückgelegt hatte. Für Nordkorea war es der fünfte Waffentest in zehn Tagen gewesen. Das Regime hat in diesem Jahr schon so viele Raketen abgefeuert wie noch nie zuvor.

          Die nordkoreanischen Staatsmedien berichteten am Mittwoch nicht über den Raketenstart von Dienstag. Ähnlich bedeckt hatte das Regime sich schon bei seinen Raketentests der vergangenen Wochen gezeigt. Beobachter in Südkorea spekulieren, dass Pjöngjang seine Strategie geändert habe. Früher war es üblich gewesen, dass Nordkorea am Tag nach einem Raketentest in den Staatsmedien auch die eigene Bevölkerung darüber informierte und damit nach außen und nach innen seine militärischen Errungenschaften demonstrierte.

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