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Südkoreanisches Marineschiff untergegangen : Seoul: Nordkorea nicht verwickelt

  • Aktualisiert am

Ein Schiff der südkoreanischen Marine (hier im Anti-Piraten-Einsatz vor der somalischen Küste) Bild: picture-alliance/ dpa

Nach dem Untergang eines südkoreanischen Marineschiffs im Gelben Meer nahe der Seegrenze zu Nordkorea werden weiter 46 Soldaten vermisst. Nachdem das Schiff einen Warnschuss auf ein unbekanntes Objekt abgefeuert hatte, war es zu einer Explosion an Bord gekommen.

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          Nordkorea ist offenbar nicht in den Untergang eines Schiffs der südkoreanischen Marine im Gelben Meer verwickelt. Dies legten die bisherigen Untersuchungen nahe, sagte ein hochrangiger südkoreanischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag. Die Unglücksursache sei jedoch weiterhin unklar. Das Schiff war am Freitag nahe der zwischen beiden Staaten umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer versunken. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul wurden 58 der 104 Besatzungsmitglieder gerettet, 46 gelten noch als vermisst. Mehrere Schiffe der Küstenwache und der Marine durchsuchen weite das Unglücksgebiet.

          Spekulationen über einen Angriff Nordkoreas hatten am Freitag die südkoreanische Währung Won belastet und für Nervosität an der Wall Street gesorgt. In südkoreanischen Medien hieß es jedoch unter Berufung auf Regierungsvertreter, dass es nach Auswertung von Satellitenbildern und anderen Informationen keine Hinweise auf Aktivitäten des nordkoreanischen Militärs in dem Seegebiet gebe. Staatspräsident Lee Myung-bak beauftragte das südkoreanische Militär eine Untersuchung über die Ursachen des Untergangs einzuleiten. Ein Sprecher des Staatspräsidenten hatte schon am Freitagabend gesagt, es sei nicht sicher, „ob Nordkorea direkt mit der Angelegenheit zu tun hat“.

          Schüsse auf einen Vogelschwarm

          Dem Verteidigungsministerium zufolge war am Freitag aus noch ungeklärter Ursache ein Loch im Rumpf entstanden, nachdem das Schiff einen Warnschuss auf ein unbekanntes Objekt abgefeuert hatte. Nach jüngsten Vermutungen könne es sich dabei aber nicht um ein anderes Schiff sondern um einen Vogelschwarm gehandelt haben. Küstenbewohner berichteten, sie hätten etwa zehn Minuten lang Schüsse von See her gehört.

          Bild: dpa

          Nord- und Südkorea hatten sich im November erstmals seit sieben Jahren ein Feuergefecht im Gelben Meer geliefert. Damals wurden die beteiligten Schiffe beschädigt. In den vergangenen Wochen waren die - meist verbalen - Spannungen zwischen Nord- und Südkorea wieder aufgeflammt. Nordkorea hatte, wie jedes Jahr, gegen gemeinsame Manöver amerikanischer und südkoreanischer Soldaten protestiert, diese als Kriegsvorbereitungen bezeichnet und „Vergeltung“ angedroht. An der Seegrenze zwischen beiden Koreas, über deren Verlauf sich die Staaten nicht einig sind, ist es in der Vergangenheit wiederholt zu bewaffneten Zwischenfällen gekommen, bei denen es auch immer wieder Todesopfer gab.

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