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Manöver In Südkorea : Zurückhaltung hat nichts gebracht

  • -Aktualisiert am

Nun üben sie wieder gemeinsam: Amerikaner und Südkoreaner Bild: dpa

Nach einigen Jahren Pause gibt es wieder gemeinsame Manöver von Amerikanern und Südkoreanern. Der Norden warnt, ist aber selbst schuld an der Wiederaufnahme. Angebote aus dem Süden wurden ignoriert.

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          Sage niemand mehr, man könne mit Nordkorea durchaus zu vernünftigen Kontakten kommen, wenn man nur von „provokativen“ Dingen wie Militärmanövern abließe. Diese Strategie hat Südkorea über einige Jahre verfolgt, die Amerikaner sind ihren Verbündeten gefolgt. Gebracht hat es – nichts.

          Nordkorea ist auf kein Angebot aus dem Süden eingegangen, Kim Jong-un wollte immer nur mit den Amerikanern verhandeln. Nun hat der neue südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol die Neuauflage der Übungen mit den Amerikanern in Gang gesetzt. Am Montag haben sie begonnen.

          Bald ein weiterer Atomtest?

          Nordkorea hat, wie immer, vor diesem Schritt gewarnt. Das ist zu einem Teil auf die – sowjetisch geprägte – Militärdoktrin zurückzuführen. Diese besagt, dass offensive Operationen in der Regel aus Manöverbewegungen in Gang gesetzt werden. In dieser Sichtweise „müssen“ die Manöver konkrete Pläne für eine Invasion kaschieren. Und wenn die Invasion am Ende der Manöver dann nicht stattgefunden haben wird, weil sie natürlich nie beabsichtigt war, kann das Regime in Pjöngjang auf den „Erfolg“ der eigenen Abschreckung verweisen. So weit, so routiniert.

          Da Nordkorea aber möglicherweise in naher Zukunft einen weiteren Atomtest plant und auch sonst zunehmend unberechenbar erscheint, wäre es gut, der koreanischen Halbinsel verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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