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Annäherung an Nordkorea : Südkorea erwägt Lockerung von Sanktionen

  • -Aktualisiert am

Kim Jong Un (r), Machthaber von Nordkorea, und Moon Jae In, Präsident von Südkorea, unterhalten sich während eines Treffens am 20. September in Samjiyon in Nordkorea. Bild: AFP

Seit Anfang des Jahres nähern sich die beiden Koreas wieder an. Jetzt denkt die südkoreanische Regierung über weitere Schritte zur Entspannung nach – und Trump plant das nächste Treffen mit Kim.

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          Angesichts der Annäherung an Nordkorea erwägt Südkorea die Lockerung seiner Sanktionen gegen Pjöngjang. Die Angelegenheit werde derzeit geprüft, sagte Außenministerin Kang Kyung-hwa am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap. Ein solcher Schritt dürfe aber den Rahmen für die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea nicht beschädigen. Einen Zeitplan für die Aufhebung von Sanktionen nannte Kang demzufolge nicht.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Südkorea hatte im Jahr 2010 eine Reihe von bilateralen Sanktionen gegen das Land verhängt. Sie erfolgten unabhängig von den Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang wegen seines Atomwaffenprogramms. Seoul reagierte damit auf die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes nahe der Seegrenze.

          Südkorea hatte Nordkorea vorgeworfen, die Korvette mit einem Torpedo angegriffen zu haben. Pjöngjang hatte eine Beteiligung bestritten. Seoul hatte danach etwa einen Handelsstopp sowie ein Durchfahrverbot für nordkoreanische Handelsschiffe in südkoreanischen Gewässern beschlossen.

          „Ich kann im Moment nicht weg“

          Der amerikanische Präsident kündigte unterdessen an, nach der Kongresswahl abermals mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un zusammentreffen zu wollen. Der Gipfel werde nach den Zwischenwahlen am 6. November stattfinden, sagte Donald Trump am Dienstag mitreisenden Journalisten auf dem Flug zu einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa. „Ich kann im Moment nicht weg“, fügte er hinzu.

          Der zweite Gipfel der beiden Staatschefs, die sich erstmals im Juni in Singapur getroffen hatten, wurde von Außenminister Mike Pompeo auf einer Ostasien-Reise vorbereitet. Nach Gesprächen in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang teilte er mit, es seien Fortschritte bei den in Singapur getroffenen Vereinbarungen gemacht worden.

          Trump und Kim hatten sich im Juni grundsätzlich auf eine Denuklearisierung Nordkoreas geeinigt. Doch die Verhandlungen stockten zuletzt, konkrete Zusagen blieben aus. Amerikanische Nachrichtendienste legten Berichte vor, nach denen Kim keineswegs beabsichtigte, auf sein Nuklearprogramm zu verzichten. Trump war nach dem Treffen mit Kim kritisiert worden, ihm Zusagen ohne verbindliche Gegenleistungen gemacht zu haben. Washington hatte Kim versprochen, zunächst auf Großmanöver in Südkorea zu verzichten.

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