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Nach Provokation Nordkoreas : Seoul antwortet mit Präzisionsbomben auf Raketenstart

Nach dem nordkoreanischen Raketenstart stiegen südkoreanische Kampfflugzeuge in die Luft. Bild: AP

Zum ersten Mal seit Jahren schoss das Regime in Pjöngjang eine ballistische Rakete über Japan hinweg in den Pazifik. Es ist der fünfte Waffentest in zehn Tagen. Die Reaktion Südkoreas und der USA folgte prompt.

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          Nordkorea eskaliert die jüngste Reihe seiner Raketenstarts. Zum ersten Mal seit fünf Jahren schoss das sozialistische Regime am Dienstag eine ballistische Rakete über Japan hinweg in den Pazifik. Als Reaktion darauf feuerten Südkoreas Streitkräfte zwei Präzisionsbomben ab. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf das südkoreanische Militär berichtete, wurden die Bomben von einem Kampfflugzeug des Modells F-15K über der unbewohnten Insel Jikdo im Gelben Meer abgeworfen. Zudem habe man gemeinsam mit amerikanischen Kampfflugzeugen des Typs F-16 Flugmanöver abgehalten. Das Gelbe Meer wird von China und der koreanischen Halbinsel umrandet.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die japanische Regierung sprach angesichts des Raketenstarts von einer unmittelbaren Bedrohung der Region und der internationalen Gemeinschaft. Ministerpräsident Fumio Kishida protestierte vehement und nannte den Raketenstart ungeheuerlich. Die amerikanische Regierung nannte Nordkoreas Handeln gefährlich und verantwortungslos. In Südkorea verurteilte Präsident Yoon Suk-yeol die Provokation als klaren Verstoß gegen die Beschlüsse des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Der Nationale Sicherheitsrat in Seoul drohte mit weiteren Sanktionen gegen Nordkorea in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und der internationalen Gemeinschaft.

          Nach Angaben des japanischen und des südkoreanischen Verteidigungsministeriums flog die Rakete gegen 7.22 Uhr Ortszeit rund 4600 Kilometer weit mit einer maximalen Höhe von 1000 Kilometern. Der Flug dauerte rund 22 Minuten. Eine Minute lang kreuzte die Rakete japanisches Territorium. Japan reagiert auf alle nordkoreanischen Raketenstarts nervös, ist aber besonders alarmiert über Raketenflüge über den Inselstaat hinweg, weil damit eine direkte Gefahr für das eigene Territorium und die eigene Bevölkerung verbunden sein kann. Verteidigungsminister Hamada sagte in Tokio, die Rakete sei außerhalb der japanischen Gewässer im Pazifik gelandet. Es gebe keine Berichte über Schäden an Flugzeugen oder Schiffen.

          Der fünfte Waffentest in zehn Tagen

          Die Behörden in Japan hatten nach dem Raketenstart die Bevölkerung im Norden des Landes aufgefordert, in Gebäuden zu bleiben. Zeitweise wurde der Verkehr der Shinkansen-Schnellzüge auf Hokkaido und in Tohoku gestoppt. Auch Flugverbindungen waren betroffen, weil das Bodenpersonal auf Flughäfen sich zeitweise in Gebäuden in Sicherheit brachte.

          Für Nordkorea war es der fünfte Waffentest in zehn Tagen rund um den Besuch der amerikanischen Vizepräsidentin Kamala Harris in Südkorea und trilaterale Anti-U-Boot-Manöver der Vereinigten Staaten, Japans und Südkoreas in der Region. Das Regime in Pjöngjang hat in diesem Jahr schon mehr als 30 Raketen abgefeuert. Machthaber Kim Jong-un hatte nach Berichten der Staatsmedien im September geschworen, dass er nie auf Nuklearwaffen verzichten wolle, und Amerika vorgeworfen, dass es einen Kollaps seines Staats anstrebe. Das Parlament beschloss ein Gesetz, das einen nuklearen Präventivschlag erlaubt, sollte die Führung angegriffen werden.

          Japan schätzt, dass es sich bei dem neuen Test um eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete des Typs Hwasong-12 handeln könne. Auch das südkoreanische Militär erkannte eine Mittelstreckenrakete. Amerikas Sicherheitsrat sprach von einer Langstreckenrakete. Zuletzt hatte Nordkorea eine Hwasong-12 im Januar abgeschossen, diese aber angeblich mit Rücksicht auf die Sicherheit benachbarter Staaten in die Gewässer zwischen Korea und Japan fallen lassen.

          Der Raketentest werde die Sicherheitskooperation mit den Vereinigten Staaten und Japan nur stärken, sagte Südkoreas Präsident Yoon. Nordkoreas Provokation führte umgehend zu Gesprächen der Länder auf Ministerebene. Mit dem Amtsantritt von Yoon hat die Verteidigungskooperation der drei Länder sich verbessert. Washington, Seoul und Tokio warnen schon seit Wochen vor einem möglicherweise bevorstehenden siebten Nukleartest Nordkoreas, dem ersten seit 2017. Der südkoreanische Geheimdienst hatte vergangene Woche Abgeordneten gesagt, dass der Test nach dem chinesischen Nationalkongress und vor der amerikanischen Kongresswahl im November kommen könne.

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