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Süditalien : In der Hochburg der Migranten

Das „italienische Versailles“: Der Palast von Caserta Bild: dpa

Nirgendwo in Italien ist der relative Bevölkerungsanteil von Einwanderern so hoch wie in der Gegend von Caserta in Kampanien – in Wahlkampfzeiten ein fruchtbarer Boden für die rechtspopulistische Lega.

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          Belagerungszustand auf dem Corso Trieste von Caserta. Vor dem Kino San Marco stehen Streifenwagen der Polizei und der Guardia di Finanza. An der nahe gelegenen Piazza Dante haben Carabinieri Position bezogen. Über die Papierkörbe sind dicke Plastikfolien gestülpt. Damit soll offenbar verhindert werden, dass jemand Brand- oder gar Sprengsätze darin versteckt. Auch nach der Mittagszeit bleiben die meisten Geschäfte auf dem Corso Trieste geschlossen. Am frühen Abend wird die wichtigste Einkaufsmeile von Caserta ganz für den Autoverkehr gesperrt. Alles ist vorbereitet für den Auftritt von Matteo Salvini, dem Chef der rechtspopulistischen Lega.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Caserta, rund 75.000 Einwohner, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, gelegen in der Region Kampanien, hat in jüngerer Zeit eher traurige Berühmtheit erlangt. Zwar steht hier der Palast von Caserta, der noch Touristen anzieht. Die Residenz der Bourbonen-Könige von Neapel und Sizilien, deren Bau 1751 begann, ist ein Barockschloss von unglaublichen Ausmaßen: Das „italienische Versailles“ verfügt über mehr als 1200 Zimmer und einen gewaltigen Schlosspark. Doch Schlagzeilen macht die Gegend um Caserta aus anderen Gründen, nicht zuletzt wegen der illegalen Müllbeseitigung durch die Camorra.

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