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Südafrika : Zuma am Ziel

  • -Aktualisiert am

Bild: afp

Weder acht Jahre lange Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts haben den Aufstieg zum südafrikanischen Präsidenten verhindern können noch ein Vergewaltigungsprozess: Mit Zweidrittelmehrheit gewann ANC-Chef Zuma die Wahl.

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          Jacob Zuma ist am Ziel. Weder acht Jahre währende Ermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption haben seinen Aufstieg zum südafrikanischen Präsidenten verhindern können noch ein spektakulärer Vergewaltigungsprozess, in dem er zwar freigesprochen worden war, der wegen seiner moralischen Dimension aber jedem anderen Politiker das Genick gebrochen hätte.

          Nicht einmal die aktenkundige Aussage Zumas, er habe sich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr mit der HIV-positiven Tochter eines alten ANC-Weggefährten per heißer Dusche vor einer Infektion geschützt, vermochte der Popularität des Zulu dauerhaften Schaden zuzufügen.

          Harter Kämpfer mit Underdog-Image

          Gleichwohl tritt er sein Amt mit dem Verdacht an, käuflich zu sein. Vom Vorwurf der Korruption wurde er nie freigesprochen. Vielmehr stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen pünktlich vor den Wahlen ein, weil die Fahnder mit den politischen Gegnern Zumas aus dem Lager des ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki „gekungelt“ haben sollen.

          Die Beweise dafür - Aufzeichnungen von Lauschangriffen des Geheimdienstes gegen die Ermittler - zeigen, mit welchen Mitteln in Südafrika um die Macht gekämpft wird.

          Zuma pflegt das Image des underdogs, des Politikers ohne akademischen Hintergrund, der es trotzdem aus der tiefsten Provinz nach oben geschafft hat. Darauf gründet seine beeindruckende Popularität speziell unter armen Südafrikanern. Die weiße und die arrivierte schwarze Elite, die ihn jahrelang zu verhindern suchten, sorgen sich allerdings um das Ansehen Südafrikas mit einem Polygamisten als Präsidenten. Zuma ist mit sechs Frauen verheiratet und hat nach letzten Zählungen 17 Kinder mit neun Frauen.

          Populismus als größtes Handicap

          Zuma stammt aus bitterarmen Verhältnissen. Sein Vater, ein Polizeibeamter, starb, als Jacob drei Jahre alt war. Seine Mutter zog die Kinder mit dem wenigen Geld auf, das sie als Hausangestellte in Durban verdiente. Jacob musste als Viehhirte zum Einkommen der Familie beisteuern.

          Dem ANC trat der heute 67 Jahre alte Zuma 1958 bei. Fünf Jahre später wurde er wegen Umsturzplänen zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt, die er auf Robben Island absaß, wo auch Mandela inhaftiert war. Seine Mitgefangenen brachten dem jungen Zulu Lesen und Schreiben bei. Nach seiner Entlassung ging Zuma ins Exil, zuerst nach Moçambique, später nach Swaziland und Sambia und stieg dabei zum Geheimdienstchef des ANC auf.

          Ob Zuma ein besserer Präsident sein wird als der von ihm entmachtete Mbeki, wird sich zeigen. Für ihn sprechen seine Bodenständigkeit und seine Volksnähe, die ihn angenehm von dem als elitär und abgehoben geltenden Mbeki unterscheiden. Gleichzeitig ist Zumas Populismus sein größtes Handicap. Im zurückliegenden Wahlkampf hat er allen alles versprochen, ohne je zu sagen, wie er die vielen Wohltaten finanzieren will. Unter diesen Umständen wird lautstarke Kritik am neuen Präsidenten vermutlich nicht lange auf sich warten lassen.

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