https://www.faz.net/-gpf-97273

Südafrika : ANC beschließt offenbar Abberufung von Präsident Zuma

  • Aktualisiert am

Südafrikas langjähriger Präsident Jacob Zuma Bild: dpa

Die südafrikanische Regierungspartei hat sich laut mehreren Medien für die Absetzung von Präsident Jacob Zuma ausgesprochen. Der langjährige Regierungschef steht unter Korruptionsverdacht.

          1 Min.

          Die südafrikanische Regierungspartei ANC hat laut Berichten mehrerer Medien die Abberufung des unter Korruptionsverdacht stehenden Präsidenten Jacob Zuma beschlossen. Das meldeten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg unter Berufung auf Parteikreise. Sollte Zuma die Anordnung ignorieren, wäre ein Misstrauensvotum im Parlament der nächste Schritt, um ihn von seinem Amt zu entheben.

          Einem Fernsehbericht zufolge soll das Exekutivkomitee der Partei zuvor Zuma zum freiwilligen Rückzug  binnen 48 Stunden aufgefordert haben. Parteichef Cyril Ramaphosa habe Zuma das Ultimatum persönlich überbringen wollen, berichtete der staatliche TV-Sender SABC. Zuma wollte jedoch offenbar an seinem Amt festhalten. Berichte, wonach dieser einem Rücktritt zugestimmt habe, seien Falschmeldungen, sagte sein Sprecher.

          Ramaphosa hatte den 75-jährigen Zuma im Dezember an der Parteispitze abgelöst. Offiziell läuft Zumas Amtszeit noch bis Mitte 2019. Zuma, der sein Amt 2009 übernahm, sieht sich seit langem Korruptionsvorwürfen ausgesetzt.

          Ramaphosa hatte am Sonntag auf einer Kundgebung erklärt, das Gremium werde im Interesse der Nation rasch den Übergang der Macht einleiten. Der 65-jährige Ramaphosa gilt als wahrscheinlicher Nachfolger Zumas. Ramaphosas Wagenkolonne hatte die Beratungen des Parteigremiums in Pretoria am Montag kurz vor Mitternacht verlassen, um sich mit Präsident Zuma zu besprechen, wie örtliche Medien berichteten. Die Wagenkolonne kam eine gute Stunde später zurück.

          Zuma wird im Zusammenhang mit einer Luxussanierung seiner Privatvilla persönliche Bereicherung vorgeworfen. Zudem soll er einer befreundeten Unternehmerfamilie Aufträge zugeschoben haben und ihnen unzulässig Einfluss auf Politik und staatliche Unternehmen gewährt haben. Zuma weist die Vorwürfe zurück.

          Weitere Themen

          Amerikanisches Chaos

          Trumps Syrien-Entscheidung : Amerikanisches Chaos

          Das Chaos im syrisch-türkischen Grenzgebiet und darüber hinaus spiegelt das Chaos der amerikanischen Politik. Die versucht jetzt, den Schaden zu begrenzen. Gewinner sind Amerikas Widersacher.

          Topmeldungen

          Das Symbol der Türkei, weißer Halbmond und Stern auf rotem Untergrund.

          Syrien-Konflikt : Gut so, Wolfsburg!

          In der Türkei können VW und andere auch später noch Werke bauen – aber erst, wenn dort wieder Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Friedfertigkeit gelten.
          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.