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Sudan : Der Sudan öffnet erstmals seine Grenzen zum Süden

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Die sudanesische Fahne an der Grenze zum Südsudan, die nun wieder offiziell geöffnet ist. Im April 2014 prüfen sudanesische Soldaten das Gepäck von Flüchtlingen. Bild: Reuters

Die Beziehungen zwischen dem Sudan und dem seit 2011 unabhängigen Nachbarstaat entspannen sich. Nun hat Khartum die Grenzen öffnen lassen.

          Sudans Präsident Omar al-Baschir hat erstmals seit der Abspaltung des Südsudans 2011 die Grenzen zum Nachbarland geöffnet, wie die Zeitung „Sudan Tribune“ am Donnerstag berichtete. Dieser „historische“ Schritt solle zur Normalisierung der Beziehungen der beiden Länder beitragen, sagte der sudanesische Außenminister Ibrahim Ghandour am Donnerstag. Nun gelte es, sich auf Kontrollmechanismen und eine gemeinsame militärische Grenzüberwachung zu verständigen, sagte er am Rande eines Gipfeltreffen der Afrikanischen Union im äthiopischen Addis Abeba. 

          Zuvor hatte bereits die Regierung im Südsudan Truppen von der umstrittenen Grenzlinie zurückgezogen und einen Botschafter nach Khartum entsandt. Als Zeichen der Entspannung zwischen den lange verfeindeten Staaten wird die vergangene Woche angekündigte Gebührensenkung für die Nutzung von Pipelines gewertet, die Öl aus dem Südsudan zur Verschiffung in den Norden transportieren.

          Das südsudanesische Außenministerium begrüßte die Ankündigung, wie örtliche Medien in Juba berichteten. Der Sudan hatte die Grenze kurz vor der formellen Abspaltung  geschlossen. Die Grenze war bislang schon durchlässig, aber nicht offiziell geöffnet.

          Beide Staaten hatten im November der Einrichtung einer bereits 2012 vereinbarten entmilitarisierten Zone zugestimmt, die von den UN überwacht werden soll. Der Sudan hatte die Öffnung der Grenzen jahrelang abgelehnt und dem Süden eine Unterstützung von Rebellen in den grenznahen Nuba-Bergen vorgeworfen. In der UN-Mission ist auch die Bundeswehr mit aktuell 17 Soldaten im Einsatz. Ziele sind der Staatsaufbau und der Schutz von Zivilisten.

          Der Unabhängigkeit des Südsudans gingen mehr als zwei Jahrzehnte Bürgerkrieg voraus. 2005 wurde ein Friedensvertrag geschlossen. Ein Referendum ergab ein eindeutiges Votum für die Selbstständigkeit. Ende 2013 begann im jüngsten Staat Afrikas ein neuer Bürgerkrieg. Inzwischen haben sich dort beide Seiten unter internationaler Vermittlung auf eine Teilung der Macht verständigt, die Bildung einer gemeinsamen Regierung im Südsudan aber stockt.

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