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Sudan : Mehr als 30 Tote bei Referendum

  • -Aktualisiert am

Ziel von Angriffen: Sudanesischer Polizist am Samstag vor Wahllkokal am Stadtrand von Khartum Bild: dapd

Am zweiten Tag des Referendums über die Unabhängigkeit Südsudans ist der Run auf die Wahllokale abgeflaut. In der umstrittenen Region Abyei kamen bei schweren Zusammenstößen verfeindeter Ethnien mehr als 30 Personen ums Leben.

          Am zweiten Tag des auf insgesamt sechs Tage angesetzten Referendums über die Unabhängigkeit Südsudans hat sich der anfängliche Ansturm auf die Wahlbüros deutlich gelegt. Gleichwohl waren in der Hauptstadt Juba vor etlichen Wahllokalen auch am Montag noch lange Schlangen von Wählern zu beobachten. Nach Angaben der Wahlkommission hatte die Wahlbeteiligung alleine am Sonntag bei 20 Prozent aller registrierter Wähler gelegen. Das Ergebnis des Referendums ist nur dann gültig, wenn mindestens 60 Prozent der knapp vier Millionen Wahlberechtigten abstimmen.

          Während die Volksabstimmung in den von der autonomen Regierung Südsudans kontrollierten Gebieten bislang weitgehend friedlich verlief, kommt es seit vergangenen Freitag in der zwischen Norden und Süden umstrittenen Region Abyei immer wieder zu schwere Zusammenstöße verfeindeter Ethnien, bei denen bislang mehr als 30 Personen getötet wurden. Ob sich unter den Opfern auch 20 Polizisten befinden, wie ein Militärsprecher in Juba mitteilte, konnte nicht bestätigt werden.

          Die Auseinandersetzungen in Abyei hatten am Freitag mit einem Streit über den Zugang zu einem Wasserlauf für eine Viehherde begonnen und sich im Verlauf der folgenden Tage zu einer regelrechten Schlacht zwischen den Angehörigen der Dinka Ngok und einem arabischen Nomadenstamm namens Misseriya entwickelt. Offenbar hatte eine Gruppe von Dinka Ngok den Misseryia verboten, ihre Viehherde zu tränken. Die Dinka Ngok zählen zu den Südsudanesen, während die Misseriya sich dem muslimischen Norden Sudans zugehörig fühlen. In Abyei sollte ursprünglich auch per Referendum über einen weiteren Verbleib beziehungsweise eine Abspaltung von Khartum abgestimmt werden. Die dortige Volksabstimmung wurde nach einem Streit über das Wahlrecht auf ein unbekanntes Datum vertagt.

          Nach den Regeln für das Referendum sollen dort nur die Dinka Ngok abstimmen dürfen, nicht aber die Misseriya. Diese aber wehren sich gegen eine Abspaltung Abyeis von Nordsudan, weil sie fürchten, anschließend mit ihren Viehherden im Sommer nicht mehr auf die weitaus ergiebigeren Weidegründe im Süden ausweichen zu können. Das ölreiche Abyei ist zudem die Region, in der sich Nord und Süd bislang nicht auf den Verlauf der künftigen Grenze einigen konnten. Zurzeit ist es sowohl der nordsudanesischen als auch der südsudanesischen Armee untersagt, Präsenz in der Provinz zu zeigen. Stattdessen dürfen dort nur „gemischte“ Patrouillen der beiden Streitkräfte und UN-Soldaten verkehren.

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