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Sudan : Fortschritte bei Friedensgesprächen

  • Aktualisiert am

Eine Sudanesin in einem Flüchtlingslager im Norden Darfurs Bild: REUTERS

Die sudanesische Regierung hat sich bereit erklärt, eine größere Truppe der Afrikanischen Union (AU) in der Krisenregion Darfur zu akzeptieren, um Rebellen zu entwaffnen. Auch der UN-Sicherheitsrat unterstützt diese Lösung.

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          Die sudanesische Regierung hat sich bereit erklärt, eine größere Truppe der Afrikanischen Union (AU) in der Krisenregion Darfur zu akzeptieren. Die Soldaten müßten dazu eingesetzt werden, die Rebellen in Schach zu halten und zu entwaffnen, sagte Madschub el Chalifa, der Leiter der sudanesischen Delegation bei den Friedensgesprächen zu Darfur, am Mittwoch in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

          Der sudanesische Landwirtschaftsminister betonte, möglicherweise würden neben den Truppen zum Schutz der AU-Beobachter mehr Soldaten zur Demobilisierung der Rebellen benötigt. Die dritte Runde der Gespräche zwischen der sudanesischen Regierung und zwei Rebellengruppen begann mit Verspätung und wurde bereits nach einer Stunde auf Donnerstag vertagt.

          Einigung auf Tagesordnung

          Bislang ist nur eine rund 300 Mann starke Schutztruppe in Darfur, bestehend aus etwa 150 nigerianischen und 150 ruandischen Soldaten. Sie sollen die AU-Beobachter schützen, die den Waffenstillstand zwischen der Regierung und Rebellen überprüfen. Eine AU-Friedenstruppe hatte der Sudan bislang abgelehnt.

          Nach anfänglichem Widerstand akzeptierten die beiden an den Gesprächen in Abuja beteiligten Rebellengruppen die von der AU vorgeschlagene Tagesordnung für die Friedensverhandlungen. Die Aufständischen hatten den Verhandlungsplan zunächst abgelehnt, weil sie gegen die darin genannte Auflösung ihrer Milizen sind. Eine Demobilisierung käme der Forderung nach Auflösung einer Regierung gleich, sagte ein Vertreter der Rebellengruppe Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM). Rebellenvertreter sagten, sie würden die Gespräche wegen der Frage der Entwaffnung möglicherweise erneut abbrechen.

          Vertreter der sudanesischen Regierung sowie der Rebellenorganisationen JEM und Sudanesische Befreiungsbewegung (SLM) verhandeln in Abuja unter Vermittlung des AU-Vorsitzenden und nigerianischen Präsident Olusegun Obasanjo über eine Beendigung des Konflikts in Darfur, bei dem seit Februar 2003 nach Schätzungen der Vereinten Nationen bislang bis zu 50.000 Menschen ums Leben kamen.

          UN-Sicherheitsrat stützt AU-Bemühungen

          Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich hinter die Bemühungen der Afrikanischen Union zur Entspannung der Lage in der westsudanesischen Krisenregion Darfur gestellt. Die Mitglieder des UN-Gremiums hätten ihre ungeteilte Unterstützung für die führende Rolle der AU bei der Bewältigung der humanitären Krise geäußert, sagte der derzeitige Ratsvorsitzende und russische UN-Botschafter Andrej Denisow am Dienstag abend in New York nach Beratungen des Rates.

          Nach Angaben von Diplomaten will der Sicherheitsrat zunächst einen Bericht des UN-Sondergesandten für den Sudan, Jan Pronk, in der kommenden Woche abwarten, ehe über Schritte gegen die Regierung in Khartum entschieden werden solle. Der Sicherheitsrat hatte dem Sudan am 30. Juli in einer Resolution bis zum kommenden Montag Zeit gegeben, um die regierungsnahen Dschandschawid-Milizen in Darfur zu entwaffnen. Sollte dies nicht geschehen, würden gegen die Regierung in Khartum „Maßnahmen“ ergriffen. In Darfur herrscht seit Februar 2003 Bürgerkrieg. Dabei starben nach Schätzungen der Vereinten Nationen bislang bis zu 50. 000 Menschen. Mehr als eine Million Menschen wurden in die Flucht getrieben.

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