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Möglicher Cyberangriff : Stundenlang kein Internet in Nordkorea

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War auch er offline? Nordkoreas Diktator Kim Jong-un - hier auf einem Foto, das die staatliche Nachrichtenagentur des Landes am 26. Dezember veröffentlicht und das an einem unbekannten Ort aufgenommen wurde. Bild: dpa

Daten-„Blackout“ im ganzen Land: Abermals hat das Internet in Nordkorea am Samstag für längere Zeit gar nicht oder nur unzureichend funktioniert. Wer steckt dahinter?

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          In Nordkorea ist das Internet am Samstag abermals für mindestens zwei Stunden ausgefallen. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, der Ausfall habe um 19.30 Uhr Ortszeit (11.30 Uhr MEZ) begonnen und sei zwei Stunden später nicht behoben gewesen. Den ganzen Tag über sei das Netz „sehr instabil“ gewesen. Das auf Internetsicherheit spezialisierte amerikanische Unternehmen Dyn Research teilte mit, Nordkoreas Internet habe am Samstag einen landesweiten „Blackout“ gehabt.

          Bereits am Montag und Dienstag war Nordkorea stundenlang vom weltweiten Datennetz abgeschnitten gewesen. Es gab Spekulationen, ob dahinter amerikanische Cyberattacken stecken könnten.

          Präsident Barack Obama hatte Nordkorea für einen Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures verantwortlich gemacht. Pjöngjang wies das zurück. Durch die Attacke waren Ende November vertrauliche Informationen ins Internet gestellt worden. Ziel der Hackergruppe namens Guardians of Peace (Friedenswächter) war die Absetzung der Filmkomödie „The Interview“, in der es um ein fiktives Mordkomplott des amerikanischen Auslandsgeheimdiensts CIA gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un geht.

          Im Streit um den Film warf die nordkoreanische Führung Obama am Samstag vor, wie ein „Affe“ auf die Vorführung von „The Interview“ in amerikanischen Kinos gedrängt zu haben. Die mächtige Nationale Verteidigungskommission machte Washington überdies für die massiven Internetstörungen der jüngsten Zeit verantwortlich. Sony Pictures hatte den für den ersten Weihnachtsfeiertag geplanten Kinostart von „The Interview“ zunächst abgesagt. Nicht zuletzt auf Druck Obamas lief der Film dann am Donnerstag doch in rund 300 meist kleineren Kinosälen an.

          Im Internet wurde der Film zudem mehr als 750.000 Mal illegal geladen. Auch über die Onlinedienste von Sonys Playstation und der Xbox von Microsoft war „The Interview“ zugänglich - allerdings brachen diese Angebote nach einer mutmaßlichen weiteren Hacker-Attacke am Donnerstag vorübergehend zusammen. Bis Samstag wurden sie nach Angaben der beiden Firmen nach und nach wieder hergestellt. Besonders bei der XBox war die Wiederherstellung bereits weit gediehen.

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