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Studie : Vier bis fünf Millionen „unautorisierte Migranten“ in Europa

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Ein Beamter der Bundespolizei überprüft im Juli 2015 im Notquartier der Bundespolizeiinspektion in Passau die Identität von Flüchtlingen. Bild: dpa

Die Zahl der Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung ist in Europa seit 2015 gesunken – wenn auch nicht allzu stark, wie eine Studie feststellt. Annähernd die Hälfte lebt demnach in Deutschland und Großbritannien.

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          In Europa lebten 2017 zwischen 3,9 und 4,8 Millionen Migranten ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung. Zu dieser Schätzung kommt das Pew-Institut aus Washington in einer aktuellen Studie. Es beruft sich auf Zahlen aus den 28 EU-Staaten und den vier europäischen Efta-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.

          Als „unautorisierte Migranten“ zählt das Institut alle Menschen, die in ihrem Aufenthaltsland leben, ohne eine entsprechende Genehmigung zu besitzen. Darunter fallen auch Asylbewerber, die noch auf eine Entscheidung über ihren Antrag warten und daher nur eine „Aufenthaltsgestattung“ (vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung) haben, da ihr künftiger Aufenthaltsstatus unklar ist. Ebenso fallen in die Kategorie Besucher, deren Visum abgelaufen ist, und Kinder unautorisierter Migranten, selbst wenn diese nie selbst migriert sind, weil sie in Europa geboren wurden, ohne dadurch aber eine hiesige Staatsbürgerschaft erlangt zu haben.

          Für 2014 geht das Institut demnach noch von 3 bis 3,7 Millionen unautorisierten Migranten in Europa aus, für 2016 schätzt es eine Zahl zwischen 4,1 und 5,3 Millionen. Den Anstieg dieser Zahlen zwischen 2014 und 2016 führt die Studie vor allem auf den Flüchtlingsstrom von 2015 zurück, als mehr als 1,3 Millionen Menschen Asyl in den 28 EU- und den vier europäischen Efta-Staaten beantragten. Seit 2016, das zeigen die Zahlen, ist die Zahl der unautorisierten Migranten in Europa damit wieder gesunken – wenn auch nicht sehr stark.

          Weniger als ein Prozent der Bevölkerung

          Rund ein Viertel (20 bis 24 Prozent) der unautorisierten Migranten, die 2017 in Europa lebten, wartet der Studie zufolge noch immer auf eine Asylentscheidung. Diese Menschen herausgerechnet, schätzt das Pew-Institut die Zahl der unautorisierten Migranten für 2017 deutlich niedriger: auf 2,9 bis 3,8 Millionen. Auch in dieser Gruppe bedeutet das aber noch einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu 2014 (2,4 bis 3,2 Millionen).

          Annähernd die Hälfte der unautorisierten Migranten lebt laut der Studie in Deutschland und Großbritannien: Für 2017 wird ihre Zahl in Deutschland zwischen 600.000 und 700.000 beziffert, für Großbritannien zwischen 800.000 und 1,2 Millionen. Es folgen Italien (300.000 bis 600.000), Frankreich (300.000 bis 400.000), Griechenland und die Tschechische Republik (jeweils 100.000 bis 200.000).

          Auch auf Länderebene ist ein Anstieg der Zahl unautorisierter Migranten durch den Flüchtlingssommer 2015 deutlich erkennbar: Geht das Pew-Institut für 2014 in Deutschland noch von 300 bis 400.000 illegalen Migranten aus, so sind es 2015 schon 200.000 bis 800.000 und 2016 zwischen 500.000 und 800.000. Auch in Großbritannien war die Zahl der illegalen Migranten 2016, im Jahr nach der Flüchtlingskrise, mit 900.000 bis 1,3 Millionen demnach am höchsten und fiel danach wieder ab.

          Trotz dieses Anstiegs der Zahlen, das macht die Pew-Studie deutlich, machen unautorisierte Migranten nur weniger als ein Prozent der europäischen Gesamtbevölkerung von mehr als 500 Millionen Menschen in den 28 europäischen Mitgliedstaaten sowie den vier europäischen Efta-Staaten aus. Auch unter den rund 24 Millionen Ausländern in diesen Ländern war 2017 demnach weniger als jeder Fünfte ein unautorisierter Migrant. Bei vier Prozent von ihnen war noch ein laufendes Asylverfahren anhängig. Das bedeute, so die Studie, dass die Zahl der Ausländer mit einer gültigen Aufenthaltserlaubnis in etwa vier Mal so hoch sei wie die Zahl der unautorisierten Migranten.

          Und noch einen Vergleich zieht die Pew-Studie: In den Vereinigten Staaten war die Zahl der unautorisierten Migranten 2017 mehr als doppelt so hoch wie in Europa (10,3 bis 10,7 Millionen). Auch machen sie mit rund drei Prozent einen deutlich höheren Anteil der Gesamtbevölkerung aus als in Europa.

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