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Franzosen über Deutschland : Toujours l’amour

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Deutsch-französische Freundschaft: Angela Merkel und François Hollande sind für ein gutes Verhältnis auf Staatsebene zuständig. Doch was denken die Franzosen über die Deutschen? Bild: dpa

Was denken unsere Nachbarn von uns Deutschen? Antworten liefert jetzt eine Studie. Sie zeigt, dass die französisch-deutsche Beziehung nach wie vor gut ist – doch nicht alles ist rosig.

          Was assoziieren Sie mit Deutschland? Das ist eine der Fragen, die rund 1.300 Franzosen für eine Studie des CSA-Instituts beantworteten. Die Studie wurde von der deutschen Botschaft in Frankreich in Auftrag gegeben und soll zeigen, was für ein Bild von Deutschland Franzosen haben.

          Zwar geben 71 Prozent der Befragten an, Deutschland nicht gut zu kennen, doch haben 83 Prozent ein überwiegend positives Bild von ihrem Nachbarn. Vor allem wirtschaftlich und politisch habe Deutschland großen Einfluss. Trotzdem sagen 32 Prozent, dass Deutschland sich international nicht genug einmische. Ihre Informationen über Deutschland beziehen die Franzosen klassisch aus Zeitungen, Fernsehen und Radio, aber auch über soziale Medien, vor allem die 18- bis 24-Jährigen.

          Eher Partnerschaft als Freundschaft

          Mögen die Franzosen die Deutschen? Die Antwort ist durchwachsen, etwa 47 Prozent der Befragten verneinen das. In Deutschland sieht das allerdings kaum anders aus, Umfragen aus dem letzten Jahr zeigen, dass auch 46 Prozent der Deutschen angeben, die Franzosen nicht zu mögen. Die deutsch-französische Beziehung wird von französischer Seite trotzdem als sehr gut eingeschätzt, in den letzten Jahren habe sie sich allerdings verschlechtert. Die Jungen halten dagegen: 77 Prozent geben an, die Beziehung sei gleich geblieben oder habe sich verbessert. Insgesamt halten die Franzosen sie eher für eine Partnerschaft als für eine Freundschaft.

          Die Umfrage wurde im Januar und Februar 2017 durchgeführt, deshalb ist auch der Terroranschlag in Berlin ein Thema: 40 Prozent der Befragten geben an, einen schlechten Eindruck von Deutschlands Umgang mit Terror zu haben. Auch die Flüchtlingskrise bewegt die Gemüter. Hierzu bewertet fast die Hälfte der Befragten Deutschlands Handeln negativ, unter den Jüngeren sind es 40 Prozent.

          Altlasten verringern sich jedoch, nur noch rund 10 Prozent assoziieren Deutschland mit der NS-Zeit und Hitler. Dafür tritt neben der EU, Berlin und Bier jetzt Angela Merkel an die Spitze der Deutschlandbilder.

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