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Ukrainekrieg : Kiew möchte der EU mehr Strom liefern

Das Atomkraftwerk in Saporischschja aus der Ferne im Juli Bild: Reuters

Seit Mitte März ist die Ukraine an das europäische Stromnetz angeschlossen. Weil dort die Produktion stillsteht, wird ein großer Teil der Energie nicht verbraucht.

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          Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der EU angesichts der europäischen Energiekrise Unterstützung mit Strom aus seinem Land angeboten. „Wir bereiten uns auf die Erhöhung unseres Stromexports für die Verbraucher in der Europäischen Union vor“, sagte der Staatschef am Mittwochabend in seiner abendlichen Videobotschaft. Da aufgrund des Krieges die Produktion an vielen Orten stillstehe, werde ein Großteil des produzierten Stroms nicht von der Ukraine verbraucht, erklärte Selenskyj.

          Robert Putzbach
          Redakteur in der Politik

          Bereits seit Mitte März ist die Ukraine an das europäische Stromnetz angeschlossen. Anfang Juli wurde mit Energieexporten nach Rumänien begonnen. Ein Großteil der ukrainischen Energie wird in Atomkraftwerken produziert. Zuletzt hatten die russischen Truppen jedoch das größte Atomkraftwerk in Enerhodar, ein Wasserkraftwerk am Fluss Dnipro und mindestens zwei Kohlekraftwerke eingenommen.

          In der Nacht zum Donnerstag wurden nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte mehr als 20 Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert. Offenbar erfolgte der Abschuss auch aus dem benachbarten Belarus. Dabei wurden Behördenangaben zufolge In­frastrukturobjekte im Kreis Wyschhorod nördlich der Hauptstadt Kiew und im anliegenden Gebiet Tschernihiw getroffen.

          Auf die Raketenangriffe reagierte der ukrainische Präsident in einer Videoansprache am Donnerstag. Es sei ein unruhiger Morgen mit Raketenterror, aber die Ukraine werde nicht aufgeben, teilte Selenskyj mit. Zudem gratulierte er den Bürgern des Landes zum erstmals gefeierten Tag der ukrainischen Staatlichkeit, der neben dem Tag der Unabhängigkeit am 24. August begangen wird.

          Derweil hat die ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes nach Einschätzung des britischen Militärgeheimdienstes an Dynamik gewonnen. Durch die Zerstörung der Antoniwka-Brücke sei die Stadt Cherson nun praktisch von den anderen besetzten Gebieten südlich des Dnipros abgeschnitten. Die Brücke war eine strategisch wichtige Verkehrsverbindung und wurde als zentrale Nachschubroute genutzt. Außerdem hätten die ukrainischen Truppen wahrscheinlich einen Brückenkopf südlich des Flusses Inhulez errichtet, der die nördliche Grenze von Cherson bildet.

          Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Kropywnyzskyj im Zentrum der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Donnerstag mindestens fünf Menschen getötet worden.

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