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Streit um Schiffe : Iran droht mit Kaperung britischer Tanker

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Der iranische Öltanker „Grace 1“ vor Gibraltar Bild: AP

Es sei Aufgabe der iranischen Obrigkeit einen britischen Tanker aufzubringen, wenn die Briten nicht vorher ein iranisches Schiff freilassen, droht ein ranghohes Mitglied der Revolutionsgarden.

          Die Revolutionsgarden in Iran haben mit dem Aufbringen eines britischen Öltankers gedroht, sollte ein von britischen Truppen gestoppter iranischer Tanker nicht umgehend freigegeben werden. „Der islamische Iran hat in seiner 40 Jahre langen Geschichte nie Kampfhandlungen in Streitigkeiten angefangen, aber er hat auch nicht gezögert, auf Schikanen zu reagieren“, twitterte der Major der Elitetruppe, Mohsen Resai, am Freitag. Wenn der iranische Tanker nicht weiterfahren dürfe, sei es Aufgabe der Obrigkeit, einen britischen Öltanker zu beschlagnahmen.

          Vorher hatte Iran Großbritannien zur sofortigen Freigabe des vor Gibraltar aufgebrachten Tankers aufgefordert. Die Beschlagnahme des Schiffes „Grace 1“ sei ein Akt der „Piraterie“ und das britische Vorgehen „inakzeptabel“, hieß es in einer am Freitag in Teheran veröffentlichten Mitteilung. Zudem habe Großbritannien im Auftrag der Vereinigten Staaten gehandelt.

          Wegen des Verdachts, trotz geltender Sanktionen iranisches Öl nach Syrien bringen zu wollen, war der Supertanker am Donnerstagmorgen vor der Südspitze der Iberischen Halbinsel von den Behörden des britischen Territoriums Gibraltar gestoppt worden. Nach Angaben des spanischen Außenministers Josep Borrell erfolgte die Aktion auf ein entsprechendes amerikanisches Gesuch an Großbritannien. Es gebe Grund anzunehmen, dass die „Grace 1“ die Banijas-Raffinerie in Syrien ansteuern wollte, teilte die Regierung der britischen Exklave mit. Das Öl in dem Schiff soll aus Iran stammen.

          Iran bestellte als Reaktion auf das „illegale Abfangen eines iranischen Öltankers“ den britischen Botschafter Rob Macaire ins Außenministerium ein. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern aufgehalten, daher habe Großbritannien „kein Recht, seine eigenen einseitigen Sanktionen oder diejenigen der Europäischen Union außerhalb des Territoriums gegen andere Länder zu verhängen“.

          Der Mitteilung zufolge wurden dem Botschafter Dokumente über das Schiff und dessen Fracht übergeben, die „zeigen, dass der Weg des Schiffes absolut legal war“.

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