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Streit um Julija Timoschenko : Ukraine droht Deutschland mit wirtschaftlicher Eiszeit

  • Aktualisiert am
Unverhohlene Drohung: Die Ukraine (hier Ministerpräsident Janukowitsch 2007 bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel) will die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland einfrieren
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          Der Streit um die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko und einen möglichen EM-Boykott wird zunehmend zur Belastungsprobe für die Beziehungen zwischen Berlin und Kiew. Der Vize-Präsident der Partei von Präsident Viktor Janukowitsch, Leonid Koschara, warnte Deutschland vor wirtschaftlichen Konsequenzen, wie das „Spiegel Online“ am Freitag berichtete. Sollten Vereinbarungen wie das derzeit auf Eis liegende EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine am Fall Timoschenko scheitern, würden auch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern in Mitleidenschaft gezogen. „Ohne Abkommen wird der deutsche Zugang zum ukrainischen Markt begrenzt sein“, sagte Koschara weiter. Die deutschen Hersteller würden verlieren.

          Zuvor hatten sämtliche Mitglieder der EU-Kommission angekündigt, der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine fernzubleiben. Polen ist von diesem Boykott nicht betroffen.
           

          Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Absichtserklärung der Komission. Wolfgang Grenz, Generalsekretär von Amnesty Deutschland, forderte gegenüber „Handelsblatt Online“, dass Politiker und Sportfunktionäre ihre Reisen in die Ukraine nutzen sollten, um auf die schweren Menschenrechtsverletzungen im Land aufmerksam zu machen.

          Derweil hält es eine Mehrheit der Deutschen für angemessen, durch einen EM-Boykott politischer Repräsentanten Druck auf die ukrainische Regierung auszuüben. Wie der evangelische Pressedienst meldete, sprachen sich in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage der ARD 74 Prozent von rund 1.500 Befragten dafür aus, dass Vertreter der Bundesregierung den EM-Fußballbegegnungen in der Ukraine fernbleiben sollen. In einer weiteren Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap hatten sich in der ersten Wochenhälfte zudem 53 Prozent für politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen das Land ausgesprochen.

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