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Streit um Inseln : China sagt Feier zu Normalisierung der Beziehungen mit Japan ab

  • Aktualisiert am

„Nieder mit dem japanischen Imperialismus“: Protest in Taipeh Bild: AFP

China hat eine Feier zum 40. Jahrestag der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit Japan abgesagt. In Taiwan und Japan gingen derweil hunderte Menschen auf die Straße, um den Anspruch auf die Inselgruppe im Ostchinesischen Meer zu bekräftigen.

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          Angesichts des Streits um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat China offenbar eine Feier zum 40. Jahrestag der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit Japan abgesagt. Dies meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, die sich am Sonntag auf einen regierungsnahen Verband berief. In Taiwan und Japan gingen hunderte Menschen auf die Straße, um den Anspruch auf die Inselgruppe zu bekräftigen.

          China habe Japan über die Absage der für Donnerstag geplanten Veranstaltung zum 40. Jahrestag der Wiederaufnahme der Beziehungen informiert, berichtete Xinhua unter Berufung auf einen Vertreter der Chinesischen Volksvereinigung für Freundschaft mit Ausländischen Staaten. Das Außenministerium in Peking wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen. Am Freitag hatte ein Sprecher indes gesagt, viele der geplanten Veranstaltungen seien durch den Streit „beschädigt“.

          Der Konflikt um die in China als Diaoyu und in Japan als Senkaku bekannte unbewohnte Inselgruppe nordöstlich von Taiwan hatte sich deutlich verschärft, nachdem die Regierung in Tokio angekündigt hatte, drei der Inseln zu kaufen. Aus Protest gegen die Entscheidung gab es in China über Tage teils gewaltsame Proteste. Das von Japan kontrollierte Archipel ist von strategischer Bedeutung, zudem werden unter dem Meeresboden Öl- und Gasvorkommen vermutet.

          Demonstrationen in Tokio und Taipeh

          Erstmals gab es nun auch in Japan Demonstrationen gegen China. In Tokio protestierten am Samstag rund 800 Japaner nahe der chinesischen Botschaft, um den Anspruch ihres Landes auf die Inselgruppe zu bekräftigen. „Wir werden Chinas militärischer Drohung niemals nachgeben“, riefen die Demonstranten, die China als „brutalen und faschistischen Staat“ bezeichneten.

          In Taiwan, das die Inseln ebenfalls für sich beansprucht, gab es am Sonntag wiederum eine Demonstration gegen Japan. „Nieder mit dem japanischen Imperialismus“ und „Japaner runter von Diaoyu“, rief die Menge bei der Demonstration in Taipeh, zu der rechte Parteien aufgerufen hatten. Sie forderten einen Boykott japanischer Waren und riefen ihre Regierung zur Kooperation mit China zur Lösung des Streits auf. Staatspräsident Ma Ying Jeou hat allerdings eine Zusammenarbeit mit China gegen seinen Verbündeten Japan bereits abgelehnt.

          Unterdessen wurde Chinas erster Flugzeugträger offiziell an die Marine übergeben. Bei der Übergabe des 300 Meter langen früheren sowjetischen Schiff wurden am Sonntag in dem nordöstlichen Seehafen Dalian die chinesische Nationalflagge sowie die Fahnen der Streitkräfte und der Marine auf dem Schiff gesetzt, wie die chinesische Zeitung „Global Times“ berichtete. Das Schiff soll zu einem späteren Zeitpunkt in Dienst gestellt werden.

          Der Bau des Flugzeugträgers war zu Sowjetzeiten begonnen, aber beim Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 abgebrochen worden. China soll den Rumpf des damals „Warjag“ genannten Schiffs ohne Motor und elektrische Ausstattung 1998 von der Ukraine erworben und anschließend in jahrelanger Arbeit fertiggestellt haben. Nach offiziellen Angaben soll das Schiff vor allem für Ausbildungs- und Forschungszwecke dienen.

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