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Gasstreit im Mittelmeer : Maas wirft Türkei Provokation vor

  • Aktualisiert am

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am 9. Oktober auf der Regierungsbank im Deutschen Bundestag Bild: dpa

Der Bundesaußenminister versichert vor seinem Abflug nach Zypern und Griechenland den beiden EU-Partnern Deutschlands Solidarität im Gasstreit. An Ankara richtet er eine Warnung.

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          Vor seinem Abflug nach Zypern und Griechenland hat Bundesaußenminister Heiko Maas die Türkei vor einer Eskalation im Gasstreit im östlichen Mittelmeer gewarnt. „Ankara muss das Wechselspiel zwischen Entspannung und Provokation beenden, wenn die Regierung an Gesprächen interessiert ist – wie sie es ja wiederholt beteuert hat“, sagte Maas am Dienstagmorgen in Berlin mit Hinweis auf die Entsendung eines türkischen Explorationsschiffes.

          Die EU-Partner Zypern und Griechenland hätten die „volle Solidarität, auch in unserer aktuellen Rolle als EU-Ratspräsidentschaft“, so der SPD-Politiker. Es sei klar, dass alle Seiten an einem vernünftigen Nachbarschaftsverhältnis arbeiten müssten. „Wir appellieren daher an die Türkei, dass das gerade geöffnete Dialogfenster mit Griechenland durch einseitige Maßnahmen nicht wieder zugestoßen wird.“ Maas forderte die Türkei auf, die Gasexplorationen in den umstritteneren Seegebieten nicht wieder aufzunehmen. Dies wäre „ein herber Rückschlag“ für die Bemühungen um eine Deeskalation und die Fortentwicklung der EU-Türkei-Beziehungen.

          Nach einem Monat Pause hatte die Türkei das Explorationsschiff „Oruc Reis“ wieder in die Region südlich der griechischen Insel Kastellorizo entsandt, um weitere seismische Messungen vorzunehmen. Das Schiff war erst im vergangenen Monat im Vorfeld eines EU-Gipfels aus umstrittenen Gewässern abgezogen worden. Die Türkei hatte dies als Signal der Diplomatie bezeichnet. Ein ebenfalls angedachter Besuch von Maas in der Türkei ist bisher nicht zustande gekommen. Am Donnerstag und Freitag könnte der Gasstreit auch Thema beim EU-Gipfel werden. In den zwischen der Türkei sowie den EU-Ländern beanspruchten Seegebieten werden umfangreiche Gasvorkommen vermutet.

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