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Skipiste in südlichen Alpen : Streit um Ehrung für SS-Soldaten in Neuseeland

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Ein Gipfel der südlichen Alpen im August (Symbolbild) Bild: AP

Der Österreicher Willi Huber hat sich um die Erschließung des Mount Hutt in Neuseeland verdient gemacht. Dafür wurde eine Skipiste nach ihm benannt. Weil er bei der Waffen-SS gedient hat, gibt es Forderungen, diese umzubenennen.

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          Der Österreicher Willi Huber hat in den neuseeländischen Alpen maßgeblich zur Erschließung des Mount Hutt als Skigebiet beigetragen. Zum Dank wurde eine Piste nach ihm benannt, eine Gedenktafel erinnert an seine Verdienste. Weil der im August im Alter von 98 Jahren gestorbene Huber aber mit 17 Jahren zur Waffen-SS ging und für die Nazis kämpfte, haben Neuseeländer eine Petition gestartet: Sie wollen, dass die Tafel abgenommen und die Skipiste „Hubers Run“ umbenannt wird. Am Freitag erreichten die Organisatoren ihr Ziel von 5000 Unterschriften.

          In ihrer Online-Petition fordern sie die Beseitigung jeglichen „ehrenvollen Erbes“ für Huber auf dem Berg in der Region Canterbury auf der Südinsel. „Das ist kein „Vermächtnis“, auf das man stolz sein kann, und eine Beleidigung für alle, die von den Nazis ermordet wurden oder im Kampf gegen die Nazis starben“, heißt es zur Erklärung. Huber lebte seit 1953 in dem Pazifikstaat und war mit einer Neuseeländerin verheiratet. Wegen seiner Bemühungen um die Erschließung des 2185 Meter hohen Mount Hutt ist er in Neuseeland berühmt.

          Dass die Ehrungen für den Österreicher wirklich beseitigt werden, gilt als unwahrscheinlich. Der Manager des Skigebiets, James McKenzie, sagte der Nachrichtenseite „Stuff“, alles werde so bleiben wie bisher, solange keine Beweise dafür auftauchten, dass Huber Kriegsverbrechen begangen habe.

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