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Streit um Militärstützpunkte : Die unerwünschten GI’s von Okinawa

Demonstration gegen den Ausbau von Camp Schwab in Henoko Bild: Patrick Welter

Vor 50 Jahren übertrugen die Amerikaner die Verwaltung von Okinawa wieder an Japan. Viele Militärstützpunkte der Vereinigten Staaten sind aber geblieben – und mit ihnen der Unmut vieler älterer Japaner.

          6 Min.

          Eine Massenkundgebung ist es nicht. Es sind 15 Demonstranten, die auf kleinen Campingstühlen sitzen, vor der Einfahrt von Camp Schwab, einem Stützpunkt der amerikanischen Marine im Nordwesten Okinawas. „Stoppt die Bauarbeiten“, rufen sie. „Zerstört das Meer nicht!“ Es ist die Rentnergeneration, die an einem Dienstagmorgen im April in Henoko gegen den Ausbau des Stützpunkts und gegen die amerikanischen Militärs auf der japanischen Insel demonstriert. Mehrmals am Tag blockieren sie für jeweils eine halbe Stunde die Anfahrt von Dutzenden Lastern. Sie bringen das Gestein, mit dem an der Küste Land aufgeschüttet wird.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Senioren singen ein Protestlied aus der Zeit, als die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg die Insel Okinawa besetzt hielten: „Gebt uns Okinawa zurück!“ Erst 27 Jahre nach Kriegsende, am 15. Mai 1972, übertrugen die Vereinigten Staaten die Verwaltungshoheit über Okinawa wieder zurück an Japan. Auch 50 Jahre später ist der Unwille auf der Insel über die amerikanischen Stützpunkte geblieben. „Wir wurden damals getäuscht“, sagt Hiroji Yamashiro, der 69 Jahre alte Wortführer des Protests. Er ist einer der bekanntesten Aktivisten gegen den Ausbau von Camp Schwab, der wegen seines Widerstands auch schon im Gefängis saß.

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