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Impfstoffmangel : Die EU ist selbst schuld

  • -Aktualisiert am

Beschwert sich über Großbritannien: Charles Michel, der Präsident des Europäischen Rats Bild: Reuters

Ob London die Ausfuhr von Impfstoffen behindert, lässt sich schwer überprüfen. Aber London ist nicht dafür verantwortlich, dass die Impfkampagne der EU schleppend läuft.

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          An der europäischen Misere mit dem Impfen sind nicht die Amerikaner schuld, nicht die Briten und nicht einmal die Unternehmen, die jetzt zu spät oder gar nicht liefern. Die Verantwortung liegt bei der EU, die nach dem Willen der Mitgliedstaaten, nicht zuletzt der Bundesregierung, im vergangenen Jahr Impfstoff besorgen sollte.

          Da passte die Ambition nicht zur Ausführung, wie sich nun leider herausgestellt hat. Die EU schloss ausreichend Verträge, übersah aber unter anderem, dass sie auch die Produktion stützen muss. Wie das endete, lässt sich täglich an der internationalen Impfstatistik ablesen. Im Vergleich zu einigen anderen entwickelten Ländern ist die europäische Impfkampagne bisher eine Mangelverwaltung.

          Genau aus diesem Grund führt die EU nun eine Debatte über Exportkontrollen. Von außen lässt sich schwer beurteilen, ob es zutrifft, was Ratspräsident Michel sagt, dass nämlich Großbritannien die Ausfuhr von Impfstoff behindert hat. Sicher ist allerdings, dass die EU hier keine weiße Weste hat. Sie selbst hat schon die Ausfuhr einer Lieferung nach Australien untersagt.

          Und sicher sind auch zwei andere Dinge: Erstens geht es im Kern wieder um Astra-Zeneca, so dass man sich schon fragt, wieso die EU ihre Geschäfte mit diesem Konzern nicht endlich auf die Reihe bekommt. Zweitens offenbart dieser Streit noch einmal, dass die Beziehungen zwischen London und Brüssel unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Die wird vermutlich sogar die Pandemie überdauern.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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