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Streit über Flüchtlinge : Frankreich bestellt Italiens Botschafterin ein

  • Aktualisiert am

Der französische Präsident Macron hatte von Italien Respekt gefordert. Bild: Reuters

Die Spannungen zwischen Frankreich und Italien nehmen zu. Die französische Regierung zeigt sich nach den „inakzeptablen und haltlosen“ Äußerungen des italienischen Wirtschaftsministers Di Maio empört.

          Das französische Außenministerium hat die italienische Botschafterin einbestellt. Der Grund: Äußerungen des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio über eine angebliche Vertiefung der Flüchtlingskrise durch Frankreich.

          Die französische Europaministerin Nathalie Loiseau habe die italienische Botschafterin in Frankreich, Teresa Castaldo, am Montag wegen „inakzeptabler und haltloser Äußerungen“ der italienischen Regierung zu sich kommen lassen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP.

          Di Maio hatte Frankreich am Sonntag vorgeworfen, zur Verarmung von Afrika und dadurch zur Flucht von dem Kontinent beizutragen. Die rechts-populistische italienische Regierung liegt bereits seit Längerem mit der Regierung von Frankreichs Staatschef Macron im Clinch.

          Italienische Regierung unterstützte „Gelbwesten“

          Zuvor hatten die beiden Vize-Regierungschefs, Wirtschaftsminister Di Maio von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei, Anfang Januar die „Gelbwesten“-Bewegung in Frankreich dazu aufgerufen, „standhaft“ zu bleiben. Präsident Macron regiere „gegen sein Volk“, erklärten sie. Die französische Regierung hatte auf diese Äußerungen pikiert reagiert und „Respekt“ von dem EU-Partnerland gefordert.

          Die „Gelbwesten“-Proteste, die im vergangenen November begonnen hatten, wenden sich gegen steigende Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit. Sie machen Präsident Macron schwer zu schaffen. An den Protestwochenenden gab es immer wieder gewaltsame Ausschreitungen.

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