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Abtreibungsdebatte in USA : „Warum müssen wir immer erst sterben?“

Demonstration in Austin, Texas: Frauen fordern am 14. Mai, das Recht auf Abtreibung zu erhalten. Bild: AFP

Vor der Entscheidung des Supreme Court über das Recht auf Abtreibung machen Gegner und Befürworter mobil. Besuche auf den beiden Seiten des tiefen Grabens, der Amerikas Gesellschaft durchzieht.

          9 Min.

          Niemals wieder wird Kristen Herring in Texas ein Kind bekommen. Dabei liebt sie Austin. Sie liebt es, dass sich hier alles gefügt hat. Sie liebt die Hitze im Vergleich zu Chicagos kalten Wintern, sie liebt es, dass sie hier ihren Mann Eric kennengelernt hat, einen Texaner, mit dem sie seit vier Jahren verheiratet ist. Sie liebt das Haus, das sie nach vielen Umzügen und absurd steigenden Mieten gefunden haben. Sie liebt die zwei Kinder, deren Nanny sie ist, seit die Ältere ein paar Monate alt war. Aber sie sagt auch: „Ich fühle mich hier in Texas einfach nicht mehr sicher.“

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Kristen Herring ist in der 19. Woche schwanger, als die Arzthelferin so verdächtig still ist. Eric und sie sind dieses Mal bei einem anderen Frauenarzt und nicht in der christlichen Klinik, zu der sie bis dahin gegangen waren. Ob ihnen etwas aufgefallen sei, fragt die Frau? Ja, dass die Füße eine Fehlstellung haben, das wissen sie schon, darauf haben sie sich eingestellt. Aber als die Helferin den Arzt holen geht, wissen die beiden, dass da noch mehr sein muss. Er will sofort eine Fruchtwasseruntersuchung machen, denn das Blut pumpt nicht richtig durch die Herzkammern des Fötus. Aber davon hatten sie in der christlichen Klinik doch abgeraten? „Oh, Honey“, sagt der Arzt zu Herring.

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