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Streik in Hongkong : Mit Tränengas gegen die Demonstranten

  • Aktualisiert am

Demonstranten in Hongkong wappnen sich gegen das Tränengas der Polizei. Bild: Reuters

Verkehrschaos, Ausschreitungen, Festnahmen: Die Polizei versucht, die Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone unter Kontrolle zu bringen. Doch für Montag sind weitere Aktionen geplant.

          Nach den Massenprotesten haben Regierungskritiker am Montag große Teile Hongkongs mit einem Streik lahmgelegt. Regierungschefin Carrie Lam warnte, die Gewalt bei Demonstrationen und die Dauerproteste hätten Hongkong „an den Rand einer sehr gefährlichen Lage gebracht“. Die Regierung werde entschlossen vorgehen, um Recht und Ordnung zu wahren und das Vertrauen wiederherzustellen, sagte Lam auf einer Pressekonferenz.

          Aktionen der Demonstranten, die zuvor etwa das Verbindungsbüro Chinas in Hongkong mit Eiern und Farbe beworfen und eine chinesische Nationalflagge im Hafen versenkt hatten, bezeichnete Lam als „eine Herausforderung“ für das Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“, wonach Hongkong als chinesische Sonderverwaltungszone autonom regiert wird. Wohlstand und Stabilität stünden auf dem Spiel.

          U-Bahn-Netz größtenteils blockiert

          Der Streik und neue Proteste sorgten am Montag in der Stadt für Chaos. In der morgendlichen Hauptverkehrszeit kam es zu erheblichen Verzögerungen, weil Demonstranten große Teile des U-Bahn-Netzes und Straßen blockierten. Am Flughafen der Stadt mussten 200 Flüge gestrichen werden, da sich zahlreiche Mitarbeiter für den Streiktag krankgemeldet hatten. Wie der Deutschlandfunk berichtet, gab es nach Angaben der Polizei mehr als 80 Festnahmen.

          Im Bezirk Yuen Long soll es unterdessen zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen sein. Wie mehrere Medien berichten soll ein Autofahrer mit Schwung durch eine von Protestlern bemannte Barrikade gefahren sein. Auf Twitter gibt es ebenfalls mehrere Videos, die den Vorfall zeigen sollen. Wie ein Online-Medium aus Hongkong berichtet, sollen keine Menschen getötet aber einige verletzt worden sein.

          Am Nachmittag begannen Kundgebungen in sieben Bezirken der Stadt, wie die Organisatoren mitteilten. Mindestens 24.000 Menschen aus 20 Sektoren wollten demnach die Arbeit niederlegen. Wie bei Protesten in den Tagen und Wochen zuvor besetzen Demonstranten auch am Montag Straßen und belagerten Polizeiwachen. Die Polizei reagierte mit Tränengas.

          Beobachter sehen in den Protesten die schwerste politische Krise Hongkongs seit der Rückgabe an China vor 22 Jahren. Auch in der neunten Woche der Proteste gibt es keine Anzeichen, dass sich die Bewegung abschwächt. Die Zentralregierung in Peking hat die Ausschreitungen mehrmals scharf verurteilt und die Regierung und die Polizei vor Ort aufgefordert, wieder Ordnung herzustellen.

          Schwere Zusammenstöße

          In der Finanzmetropole gibt es seit fast zwei Monaten zu Kundgebungen mit Hunderttausenden Teilnehmern. Wiederholt kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.

          Hongkongs Regierungschefin Lam hat das Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China, das den Anlass für die Proteste gegeben hatte, mittlerweile für „tot“ erklärt. Die Proteste haben sich aber zu einer breiteren Bewegung gegen die Regierung und das harte Vorgehen der Polizei entwickelt. Viele Menschen befürchten zudem einen zunehmenden Einfluss Pekings und fordern demokratische Reformen.

          Lam sagte am Mittwoch abermals, dass sie und die Regierung Fehler im Zusammenhang mit dem Gesetz gemacht hätten. „Ich übernehme die Verantwortung für das, was wir gemacht haben, weil ich die Regierungschefin bin.“ Einen Rücktritt, der von Demonstranten seit Wochen gefordert wird, lehnte Lam aber ab. Sie denke derzeit nicht, dass ihr Rücktritt für eine bessere Lösung sorgen würde, sagte Lam.

          Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

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