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Straße von Hormuz : Öl ins Feuer

Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden nahe des beschlagnahmten britischen Tankers „Stena Impero“ Bild: AP

Eine lange Tradition des Schmuggels von Erdöl im Persischen Golf ist nicht von der Hand zu weisen. Überzeugend ist die iranische Position dennoch nicht.

          Die Festsetzung eines weiteren Tankers im Persischen Golf durch die iranischen Revolutionswächter leitet weiteres Öl ins Feuer der lodernden Debatte über einen Militäreinsatz zum Schutz der Seewege.

          Gewiss, der jetzt bekannt gewordene Vorfall hat sich schon am vergangenen Mittwoch ereignet, und niemand hat das Schiff als vermisst gemeldet. Die Revolutionswächter begründen ihr Einschreiten während einer „Routinepatrouille“ damit, dass das Schiff iranisches Erdöl in ein arabisches Anrainerland am Persischen Golf habe schmuggeln wollen. Eine lange Tradition des Schmuggels von Erdöl im Persischen Golf ist nicht von der Hand zu weisen.

          Überzeugend ist die iranische Position dennoch nicht. Sie wäre glaubhafter, hätten die Revolutionswächter Ross und Reiter genannt, also wer der Empfänger hätte sein sollte. Zudem sind es ja sie, die die iranischen Häfen kontrollieren – und damit nicht schlecht verdienen. Sie hätten also früher wissen können, dass das festgesetzte Schiff, wenn es denn stimmt, Schmuggelware an Bord hat. So trägt ihr Tun nur zur weiteren Eskalation bei.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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