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Truppenabzug aus Afghanistan : Nato sehnt Wechsel in Washington herbei

Klartext gegenüber Trump: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Bild: EPA

Donald Trump will noch schnell möglichst viele Soldaten aus Afghanistan und dem Irak abziehen. Das wäre verantwortungslos, ihm aber wohl gleichgültig. Die Alliierten sehnen den Wechsel herbei.

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          Es kommt nicht oft vor, dass Nato-Generalsekretär Stoltenberg Klartext redet, schon gar nicht, wenn der Adressat der Präsident der wichtigsten Macht im Bündnis ist. Nun hat er kein Blatt vor den Mund genommen, nachdem über Pläne über einen raschen Abzug amerikanischer Truppen aus Afghanistan berichtet worden war: „Der Preis eines zu frühen oder unkoordinierten Abzugs könnte sehr hoch sein.“

          Er könnte darin bestehen, dass Afghanistan wieder zur Plattform für transnationalen Terrorismus würde; dass der „Islamische Staat“ nach dem Scheitern in Syrien und im Irak am Hindukusch Fuß fasst; dass die Taliban in den Verhandlungen mit der Regierung in Kabul auf Zeit spielen. Und so weiter.

          Nach allem, was man mit Trump erlebt hat, muss man davon ausgehen, dass er diese Argumente, die nicht die ewige Präsenz ausländischer Truppen rechtfertigen sollen, sondern die Perspektive eines koordinierten Abzugs nach klaren Kriterien weisen, nicht begreift.

          Oder es ist ihm gleichgültig, was aus dem Land wird, das Schauplatz des längsten amerikanischen Krieges ist. Es ist richtig: Trump hatte versprochen, die Truppen aus dem Mittleren Osten und anderen Orten abzuziehen. Mittlerweile ist jedoch nicht auszuschließen, dass er einzig danach trachtet, seinem Nachfolger im Präsidentenamt viele große Trümmerhaufen zu hinterlassen. So kommt Niedertracht zur Verantwortungslosigkeit. Den Personalwechsel im Weißen Haus sehnen die meisten Nato-Partner aus gutem Grund herbei.

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