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NATO-Generalsekretär : „Unsere Präsenz war nicht vergeblich“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Bild: Getty

Erstmals seit der Machtübernahme der Taliban äußert sich Jens Stoltenberg in einem Interview ausführlich zu den Gründen des Scheiterns in Afghanistan. Kann das Bündnis Lehren aus dem Debakel ziehen?

          6 Min.

          Afghanistan war der größte Einsatz in der Geschichte der NATO – und der teuerste. Allein die Vereinigten Staaten haben 83 Milliarden Dollar für den Aufbau von Sicherheitskräften ausgegeben. Trotzdem ist das Land sechs Wochen nach dem faktischen Abzug an die Taliban gefallen. Was ist da schief gelaufen, Herr Generalsekretär?

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Dass die Taliban wieder in Kabul sind, ist eine Tragödie für das afghanische Volk. Wir alle, die Afghanistan so lange unterstützt haben, sind tief erschüttert, und es zeigt, dass wir alle Lehren daraus ziehen müssen. Als wir den Abzug beschlossen haben, wussten wir, dass das Risiken mit sich bringt, einschließlich einer möglichen Rückkehr der Taliban. Zu bleiben hätte aber auch Risiken mit sich gebracht – für weitere Kämpfe und Opfer. In einem solchen Fall wäre die NATO gezwungen gewesen, ihre Truppen – auch unter deutscher Beteiligung – aufzustocken Niemand hat allerdings vorausgesehen, dass die Taliban so schnell in Kabul einmarschieren.

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