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Sterbehilfe für Kinder : Unions-Experte: Belgiens Gesetz ist Bankrotterklärung

  • Aktualisiert am

Sterbehilfe für Kinder? Bild: Stefan Boness/Ipon

Das belgische Gesetzt zur Sterbehilfe für Kinder stößt auf scharfe Kritik. Der Wert des Lebens werde heruntergeschraubt, sagte der Experte der Unionsfraktion Brand. Das Gesetz sei eine gesellschaftliche Bankrotterklärung.

          Das neue belgische Gesetz zur Legalisierung der Sterbehilfe auch für Kinder stößt auf scharfe Kritik in der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag: „Eine Gesellschaft, die im Ergebnis das Töten sogar der eigenen Kinder legalisiert, hätte Bankrott erklärt und wäre auf der kippenden Bahn“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand der Zeitung „Welt“ (Freitag). Der Wert des Lebens werde heruntergeschraubt, und an die Stelle von Ausdauer, Mitleiden und Hilfe träte die Kapitulation. Brand koordiniert in der Unionsfraktion die Diskussion über ein Sterbehilfe-Verbot in Deutschland.

          Belgiens Abgeordnetenkammer hatte am Donnerstag dem umstrittenen Gesetz zur Sterbehilfe für Minderjährige zugestimmt. Damit sollen unheilbar kranke Kinder aktive Sterbehilfe bekommen können, wenn sie das ausdrücklich verlangen und zu einer Einschätzung in der Lage sind. Zudem muss der Wunsch des Kindes durch mehrere Experten bestätigt werden; auch die Eltern müssen der Entscheidung zustimmen.

          „Abwertung des Lebens“

          Wenn Menschen die Lösung zunehmend in der Kapitulation sähen und statt menschlicher Hilfe die technische Assistenz zum Suizid setzten, dann gehe es „an den Kern der Menschlichkeit an sich“, so Brand. Die Debatte „um die Abwertung des Lebens und die Aufwertung von Tötung“ lasse ihn „grausen in Erwartung der nächsten Schritte, die da kommen für Ältere, zur Last fallende und schwer depressive Menschen“.

          Er hoffe daher, so der Abgeordnete aus Fulda, dass es nach der belgischen Parlamentsentscheidung „einen Aufschrei der Menschlichkeit und keine kalte Kenntnisnahme dieser belgischen Besonderheiten“ gebe. Deutschland habe „eine ganz sicher besondere Verantwortung, solch unverantwortlichen Entscheidungen entgegen zu treten.“

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