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Stephen Warren Bosworth : Wohlbekannter Karrierediplomat

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Der amerikanische Sonderbotschafter für Nordkorea: Stephen Warren Bosworth Bild: AFP

Weniger kompliziert kann man es nicht haben im diplomatischen Ringkampf mit dem kommunistischen Regime in Pjöngjang. Niemand weiß das besser als Stephen Warren Bosworth, der von Außenministerin Hillary Clinton im Februar zum amerikanischen Sonderbotschafter für Nordkorea ernannt wurde und sich aus dem Ruhestand ausgerechnet auf einen der schwierigsten diplomatischen Posten begab.

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          Stephen Warren Bosworth soll bald nach Pjöngjang, bis Ende dieses Monats oder bis Jahresende. Man weiß auch nicht genau, mit wem er in der nordkoreanischen Hauptstadt reden wird. Es deutet aber vieles darauf hin, dass sein Gesprächspartner der erste stellvertretende Außenminister Kang Sok-ju sein wird, der seit fünfzehn Jahren eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen mit Washington und der Staatengemeinschaft spielt.

          Natürlich geht es da immer wieder um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm - auch bei den Gesprächen von Bosworth. Konkret wird Bosworth mit seinem nordkoreanischen Gegenüber darüber sprechen, dass es für Pjöngjang höchste Zeit sei, die im April von Nordkorea einseitig abgebrochenen Sechs-Parteien-Gespräche mit Südkorea, China, Japan, Russland und den Vereinigten Staaten wiederaufzunehmen. Erst dann werde es zweiseitige Verhandlungen über die Normalisierung zwischen Pjöngjang und Washington geben.

          Weniger kompliziert kann man es nicht haben im diplomatischen Ringkampf mit dem kommunistischen Regime. Niemand weiß das besser als Bosworth, der von Außenministerin Hillary Clinton im Februar zum Sonderbotschafter für Nordkorea ernannt wurde und sich aus dem Ruhestand ausgerechnet auf einen der schwierigsten diplomatischen Posten begab.

          Der am 4. Dezember 1939 geborene Karrierediplomat und Universitätsprofessor, der zuletzt die Fletcher School für Recht und Diplomatie an der Tufts-Universität leitete, ist mit Ostasien und der koreanischen Halbinsel seit Jahr und Tag vertraut. Von 1987 bis 1995 leitete er die Amerika-Japan-Stiftung in New York. Anschließend war er für zwei Jahre Gründungsdirektor der seinerzeit von Japan, Südkorea und den Vereinigten Staaten gegründeten multilateralen Energieentwicklungsorganisation für Nordkorea (Kedo). Kedo war nach dem ersten Rahmenabkommen mit Pjöngjang von 1994 über die Aufgabe des nordkoreanischen Atomprogramms geschaffen worden, um das darbende Land mit Heizöl und anderen Brennstoffen im Austausch für den Verzicht auf die Weiterentwicklung der Nukleartechnologie zu versorgen. Das Abkommen ist angesichts des von Pjöngjang dennoch fortgesetzten Atomprogramms - einschließlich zweier Nuklearwaffentests - Makulatur; und die schlummernde Kedo wartet auf ihre Wiedererweckung mittels Diplomatie.

          Von 1997 bis 2000 war Bosworth amerikanischer Botschafter in Seoul. Frühere Stationen der Laufbahn des Vaters von vier Kindern waren die Philippinen, Tunesien sowie mehrere europäische Staaten. Doch der Schwerpunkt seines diplomatischen und persönlichen Interesses war und ist Ostasien, zumal Korea.

          Mit der Ernennung einer in der Region wohlbekannten "Old Hand" zum Sonderbotschafter für Nordkorea haben Clinton und Präsident Obama dem Regime in Pjöngjang signalisiert, dass sie es ernst meinen mit der Ankündigung einer neuen diplomatischen Offensive. Bosworth wäre freilich nicht der erste amerikanische Diplomat, der auf dem Jahrhundertweg zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang früh steckenbleibt.

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