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Deutschland und Polen : Miteinander verflochtene Nachbarn

Bundespräsident Steinmeier und Polens Präsident Duda am 17. Juni, dem 30. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags Bild: dpa

Es ist kein Zeichen von Krise, dass die Präsidenten Steinmeier und Duda zum Jahrestag des Nachbarschaftsvertrags nicht nur Sonntagsreden gehalten haben.

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          Im deutsch-polnischen Verhältnis besteht eine Asymmetrie. Während in Polen der westliche Nachbar in der Wahrnehmung der Bevölkerung und in der Politik stets gegenwärtig ist, nimmt im Denken der meisten Deutschen der östliche Nachbar keine besondere Stellung ein. Die Länder im Westen werden als näher und oft auch wichtiger empfunden. Das gilt nicht nur in Bezug auf Frankreich, sondern auch auf die Niederlande und andere, die deutlich kleiner sind als Polen.

          Der deutsch-polnischen Realität wird das schon lange nicht gerecht. Beide Länder sind heute so eng miteinander verflochten, wie das kaum vorstellbar war, als vor 30 Jahren der Nachbarschaftsvertrag unterzeichnet wurde. Es handelt sich um ein Netz von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen, dem die derzeitigen politischen Reibereien kaum etwas anhaben können.

          Es ist deshalb kein Anzeichen einer Krise, sondern ein Ausdruck beruhigender Normalität, dass die Präsidenten Steinmeier und Duda bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Vertragsunterzeichnung nicht nur Sonntagsreden gehalten haben. Während es an den Deutschen wäre, Polen endlich voll und ganz als das wichtige und erfolgreiche Land wahrzunehmen, das es ist, liegt das Problem bei den meisten aktuellen politischen Streitfragen derzeit in Warschau. Dort betreibt die rechte Regierung eine kurzsichtige nationalistische und oft EU-feindliche Politik.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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