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G 7 in Hiroshima : Steinmeier strandet in China

Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei einer Rede am Freitag in Peking. Am Sonntag hat er es nicht rechtzeitig für die G 7 von China nach Japan geschafft. Bild: AFP

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Auftakt des G-7-Treffens in Japan verpasst – weil das deutsche Regierungsflugzeug wegen eines technischen Defekts in China nicht starten konnte.

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          Bei den japanischen Journalisten im Pressezentrum sorgte die Meldung für ungläubiges Stauen – und ein breites Grinsen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat seine Teilnahme am ersten Tag des Außenministertreffens der Siebenergruppe (G 7) in Hiroshima abgesagt, nachdem er in der chinesischen Stadt Changsha, der Hauptstadt der Provinz Hunan, gestrandet war. Der Airbus A340 „Konrad Adenauer“ der Flugbereitschaft der Bundeswehr konnte nicht starten, weil eine Treibstoffpumpe ausgefallen war. Die Ersatzteilbeschaffung zog sich hin. Mit mehr als 8 Stunden Verspätung brach Steinmeier schließlich auf. Die Ankunft in Hiroshima wurde für den frühen Abend Ortszeit erwartet.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Derweil begannen die Gespräche der Außenminister der G 7 – ohne Steinmeier. Themen sind der Terrorismus und die maritime Sicherheit, Nordkorea, Syrien und die Ukraine. Es ist das erste G-7-Ministertreffen in Hiroshima, die 1945 als erste Stadt der Welt von einer amerikanischen Atombombe zerstört worden war. Der Siebenergruppe der große Industriestaaten gehören neben Gastgeber Japan die Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien und Kanada an.

          Für Japans Außenminister Fumio Kishida, der aus Hiroshima stammt, ist das Treffen von besonderer Bedeutung. Er hoffe, dass von dem Treffen eine starke Botschaft für Frieden und Stabilität ausgehe, sagte Kishida zum Auftakt. Kishida möchte zusätzlich zur Abschlusserklärung des Treffens am Montag eine Friedenserklärung der Siebenergruppe beschließen, in der sie sich für eine atomwaffenfreie Welt ausspricht.

          Sorge um Chinas Expansionsdrang

          Konkreter und dringender sind Überlegungen, sich in einer zusätzlichen Erklärung für die Sicherheit und die Achtung der internationalen Rechte auf den Weltmeeren einzusetzen. Vor allem die Pazifikanrainer Japan und Amerika sehen mit großer Sorge, dass China im südchinesischen Meer Atolle zu Inseln ausbaut und so im Streit mit Staaten wie Vietnam oder den Philippinen territoriale Ansprüche verfestigt. Mit Japan streitet China um die Rechte an der Senkaku-Inselgruppe im südchinesischen und ostchinesischen Meer. China wird in der Erklärung der Außenminister wohl nicht direkt genannt, aber unmissverständlich angesprochen werden.

          Der Außenminister der Volksrepublik, Wan Yi, hatte vergangene Woche die Siebenergruppe gewarnt, sich dem Thema zuzuwenden. „Wir würden es nicht gerne sehen, wenn Staaten aus politischen Gründen historisch bedingte Probleme oder gar territoriale Streitigkeiten als Thema aufgreifen“, sagte Wang Yi nach einem Gespräch mit Steinmeier. Dies würde nur die regionalen Spannungen erhöhen.

          Kommt Obama nach Hiroshima?

          Nach dem Scheitern der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag im vergangen Jahr sieht Kishida in dem Treffen der Siebenergruppe eine besondere Chance, der Debatte um nukleare Abrüstung neues Leben zu verleihen. Von der Siebenergruppe sind die Vereinigten Staaten, Frankreich und das Vereinigte Königreich Atomkräfte, während Japan, Deutschland, Italien und Kanada keine Atomwaffen besitzen.

          Am Montag wird der amerikanische Außenminister John Kerry zusammen mit den Ministerkollegen den Friedenspark in Hiroshima besuchen und am Mahnmal der Opfer der Atombombe gedenken. Es ist der bisher ranghöchste Besuch eines amerikanischen Politikers im Friedenspark.

          Für Japan ist das ein besonderes Symbol. Das Land hofft, dass auch Amerikas Präsident Barack Obama Hiroshima besuchen wird. Obama hatte sich als Friedensnobelpreisträger für eine nuklearwaffenfreie Welt stark gemacht.

          Video : Auftakt zum G7-Treffen in Hiroshima

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