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Bundespräsident in Indonesien : Steinmeier: Deutschland will Beziehungen zu Indo-Pazifik ausbauen

  • Aktualisiert am

Frank-Walter Steinmeier und Joko Widodo am Donnerstag in Bogor Bild: EPA

Deutschland und Europa seien bereit, sich mehr in der Region zu engagieren, sagt der Bundespräsident bei einem Besuch in Indonesien. Das Land sei ein „Schlüsselpartner“, sagt er.

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          Deutschland will nach den Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Zusammenarbeit mit der Region des Indo-Pazifik ausbauen. Deutschland und Europa seien bereit, „sich weiter und noch stärker zu engagieren“, sagte Steinmeier am Donnerstag bei einem Besuch in Indonesien nach einem Treffen mit Präsident Joko Widodo in Bogor nahe der Hauptstadt Jakarta. „Wir rücken mit jenen Ländern näher zusammen, mit denen wir Werte und Interessen teilen.“

          Steinmeier nannte Indonesien einen „Schlüsselpartner in der Region“ und hob dessen Vorsitz im G20-Club der führenden Industrie- und Schwellenländer hervor. Der Bundespräsident ging nicht direkt auf die umstrittene Frage ein, ob auch Russland am G20-Gipfel auf der indonesischen Insel Bali im November teilnehmen solle oder nicht. Er betonte jedoch, im Moment seien keine normalen Zeiten. „Klar ist, es kann in dieser Zeit keinen Normalbetrieb geben.“

          Indonesien hat mehr als 270 Millionen Einwohner. Es ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Steinmeier hält sich dort bis Freitag zu einem Staatsbesuch auf. Er legte am Morgen in der Hauptstadt Jakarta zunächst einen Kranz am Ehrenfriedhof Kalibata nieder. Vor gemeinsamen Gesprächen wurde er von Staatspräsident Joko Widodo im Palast in Bogor nahe Jakarta mit militärischen Ehren begrüßt. Im weitläufigen Park des Palastes pflanzten beide einen Sandelholzbaum.

          Gesprächsthemen sollten die Folgen des Ukraine-Kriegs für die Indo-Pazifik-Region und die Zukunft der Globalisierung sein. Steinmeier war am Mittwochabend in Jakarta eingetroffen. Er hatte schon zuvor in Singapur beide Länder als „verlässliche Partner“ Deutschlands und Europa gelobt. Wie Singapur hat auch Indonesien in der UN-Generalversammlung der Resolution gegen den Ukraine-Krieg im vergangen März zugestimmt.

          Der Bundespräsident wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Er will auch an einer Wirtschaftskonferenz teilnehmen. Zum Abschluss seines Besuchs will Steinmeier an diesem Freitag die berühmte Tempelanlage in Borobudur besuchen, die Unesco-Weltkulturerbe ist. Der letzte Bundespräsident, der Indonesien besucht hat, war Christian Wulff im Dezember 2011.

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