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Mord in Österreich : Der lange Arm des tschetschenischen Machthabers

Hat in Österreich nicht viele Freunde: Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow Bild: dpa

In Österreich wurde am Wochenende ein Tschetschene per Kopfschuss getötet. Geht die Tat auf das Konto von Ramsan Kadyrow? Es wäre wohl nicht das erste Mal.

          3 Min.

          Einen guten Ruf hat der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow nicht zu verlieren, schon gar nicht in Österreich. Dort ist schon vor elf Jahren ein Tschetschene, der vor dem Regime in der russischen Teilrepublik nach Österreich geflohen war, von Landsleuten auf einem Parkplatz in Wien-Floridsdorf getötet worden. Er hatte Kadyrow wegen des Vorwurfs der Folter vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen wollen. Nach den damaligen Feststellungen der Justiz hatte Kadyrow mindestens den Auftrag gegeben, den Mann nach Tschetschenien zu verschleppen – „versuchte Überlieferung an eine ausländische Macht“, hieß es im damaligen Urteil gegen die Mordbeteiligten.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Die Staatsanwaltschaft hatte Kadyrow, den tschetschenischen Statthalter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, als Auftraggeber benannt. Auch anderswo in Westeuropa gab es Mordanschläge gegen tschetschenische Dissidenten, zuletzt 2019 in Frankreich und in Schweden (dort überlebte der Angegriffene knapp). So liegt es nahe, bei der Bluttat vom vergangenen Wochenende in Gerasdorf bei Wien wieder an einen Auftragsmord zu denken, der auf das blutige Konto Kadyrows gehen könnte.

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